36 Jahre lang hielt Johann Stromberger alias „Spezihans“ das Bundesschulzentrum Wolfsberg in Schuss. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge trat der Schulwart heuer in den Ruhestand.

Egal, ob HTL-, HLW-, BORG- oder HAK-Schüler, an Johann Stromberger erinnern sich alle: „Wenn ich auf der Straße unterwegs bin, grüßen mich ehemalige Schüler schon von Weitem“ lacht der gelernte Maurer. An viele von ihnen kann sich der leidenschaftliche Musiker gut erinnern. Kein Wunder, denn neben der Arbeit stand bei Hansi immer der Kontakt mit den Menschen im Vordergrund: „Ich hatte immer einen guten Draht zu Schülern, Kollegen Direktoren und Lehrern. Die Tätigkeit als Schulwart hat mich gelehrt, dass man mit Geduld und Freundlichkeit immer mehr erreicht als mit Strenge.“ Dies bewies Johann hundertfach, wenn es wieder einmal galt, Schüler vom Rauchen am Schulgelände oder vom Papierflieger-Schießen aus den Klassenfenstern abzuhalten. Aufgrund seiner kumpelhaften Art war Hans als Schulwart bei den Jugendlichen beliebt: „Die meisten kennen auch meine Musik und reden mich mit Spezihans an.“

Die Schule brennt
In bleibender Erinnerung wird Hans der Großbrand 2008 bleiben, bei dem das Schulzentrum teilweise zerstört wurde. An diesem Augusttag befand sich Stromberger bei einem seiner legendären Auftritte als Spezihans in Wien: „Mein Schulwart-Kollege rief mich an und sagte nur: ‚Die Schule brennt.‘ Ich dachte an einen verspäteten Aprilscherz“, erinnert sich der Johann.

Praterstar
Untrennbar mit Strombergers Person ist die Kunstfigur Spezihans verbunden. Unter diesem Pseudonym bringt Hans von April bis Ende November an jedem Wochenende und jedem Feiertag das Publikum in der Wiener Gastwirtschaft „Praterschwemme“ zum Toben. Dort ist er seit 19 Jahren eine Institution, begrüßt beinahe jeden Besucher persönlich und kann sich über einen treuen Fanclub freuen. Das jährliche „Spezifest“ musste wegen des großen Andrangs sogar von einem auf zwei Tage ausgeweitet werden. Seine Frau Elfi hilft im Management. Unter der Woche Schulwart, am Wochenende unterwegs als Spezihans – da bleibt nicht viel Zeit für Urlaub. Selbst die Flitterwochen mussten ausfallen – was tut man nicht alles für seine Fans? Ob sich im Ruhestand zwischen den Auftritten mehr Zeit finden wird, ist fraglich. „Ich habe mir bereits ein kleines Heimstudio eingerichtet. Irgendwas muss man in der Pension ja schließlich tun.“

Johann Stromberger (links) mit Schulwart-Kollegen Wilhelm Casagranda beim Räumen von Schulmöbeln

Im Wiener Prater ist Stromberger ein gern gesehener Entertainer

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