Die heute 91-Jährige Maria Sosnovska war von 1942 bis 1944 während des 2. Weltkrieges als Zwangsarbeiterin in St. Veit untergebracht. Nach über 70 Jahren kehrte sie auf Einladung der Stadt nach St. Veit zurück – mit einer bewegenden Geschichte.

Maria Trofimovna Sosnovska besuchte ihre damaligen Aufenthaltsorte, traf Zeitzeugen und gab Schülern Einblicke in ihren harten Alltag von damals. Unter anderem gab es auch ein Treffen mit einer sehr guten Freundin von damals.

Hunger und Kälte in St. Veit.
In einer Youtube-Botschaft formuliert die Ukrainerin ihren Dank: „Ich danke allen Bewohnern der Stadt, die mir und anderen Zwangsarbeitern geholfen haben. Es ging mir sehr schlecht und ich kam in die Kirche zur Behandlung. Dank an alle Menschen, die geholfen haben, mit Kleidung, mit Schuhen, mir und allen anderen, die in der Stadt waren. Niemand hat uns beleidigt. Alle, die zur Zwangsarbeit dort waren, sind aus Ihrer Stadt nach Hause zurückgekehrt. Vielen Dank!“ St. Veiter Bürgermeister Gerhard Mock: „Es freut uns, dass wir mithelfen konnten, Frau Sosnovskas Herzenswunsch mit einer Reise nach St. Veit zu erfüllen. Die Medien sind derzeit voll von Berichten über Leid und Terror, da hebt sich die Lebensgeschichte und ihre Verbundenheit mit unserer Stadt wohltuend ab.“

Harte Zeiten.
Maria Sosnovska wurde als 16-Jährige im November 1942 zur Zwangsarbeit aus dem Dorf New Gaychur (derzeit Nove Pole) verpflichtet. Von dort wurde sie auf Karren in die Stadt Volnyansk transportiert und wie Vieh in geschlossenen Zug-Waggons bis an die Grenze gebracht. Vermutlich in Krakau nahm der für die Arbeitseinsätze zuständige Ärzteausschuss eine Selektion vor: Maria Sosnovska wurde als arbeitsunfähig abgelehnt. Ihr drohte somit das Schicksal, in ein Konzentrationslager gebracht zu werden. Sosnovska schaffte es aber, sich dennoch einer Gruppe Zwangsarbeiter anzuschließen. Durch die Kriegswirren in St. Veit angelangt, lebte sie zwei Jahre lang im Hause von Maria Mörtenhuber. Das einstige Vitusbad in der Parkgasse 5 beherbergt heute ein griechisches Lokal. 1944 wurde sie zur Flachsverarbeitung in die frühere Textilfabrik nach Friesach gebracht – jedoch nicht lange: Nach vier Monaten wurde die Fabrik bombardiert und die Arbeiter wieder nach St. Veit zurückgebracht. Maria Sosnovska lebte bis zum Kriegsende noch ein paar Monate in St. Veit, danach wurde sie von sowjetischen Truppen in einen unbekannten Ort in Österreich gebracht. Von dort ist sie zu Fuß durch Ungarn, Rumänien und Moldawien in ihre ukrainische Heimat zurückgekehrt. Ihr Haus war zerstört, das Dorf war halb verbrannt. Zwei Brüder und Vater waren getötet worden. Später heiratete sie und lebte lange Zeit in einem Gebiet in Kasachstan, wo die Sowjetunion Atombombentests durchführte. Dort arbeitete sie als Verkäuferin in einem Kiosk, den sie später auch leitete. Jetzt ist sie eine Freiwillige, die anderen älteren Menschen in der Stadt Zaporozhye unter die Arme greift.

Es gab einen Austausch mit rund 50 interessierten Schülern und Professoren am BG/BRG in St. Veit/Glan
Bürgermeister Gerhard Mock begrüßte die Ukrainerin sehr herzlich

Hauptfoto © KK; kleine Bilder © KRM (2)