Mit der Vision, Brauchtum wieder zu beleben und dieses an die nächste Generation weiterzugeben, wurde im Jahr 1983 der gemeinnützige Verein “Trachtengruppe Radenthein” gegründet.

Aus der Erkenntnis heraus, dass durch die voranschreitende Personalisierung, verbunden mit Egoismus und persönlicher Vorteilsnahme, Werte verloren gehen ebenso wie die Verbundenheit zur Heimat und sich so eine Gesellschaft entwickelt, die keinen Bezug mehr zu Menschen aus der Region aufweist, wurde der Verein von zukunftsorientierten Frauen aus Radenthein in Zusammenarbeit mit dem Kärntner Bildungswerk ins Leben gerufen. “Unser Bestreben ist es, traditionelles Brauchtum in unserer Gemeinde wieder aufleben zu lassen, damit es nicht in Vergessenheit gerät und auch für unsere Jugend erhalten bleibt”, erklärt Obfrau Johanna Schretter.

Die Radentheiner Tracht
Bei der Gründung der Trachtengruppe wurde vorerst die Gegendtaler Festtagstracht getragen. Durch Initiative von Obfrau Johanna Schretter und Dr. Lattacher, Gesch.ftsführerin des Kärntner Heimatwerkes, wurde schließlich die unverwechselbare Radentheiner Tracht für Frauen wie auch Männer entwickelt. Besondere Details der Frauentracht sind die Silberhauben in Gedenken an den Silberabbau in Radenthein, der Halsausschnitt mit Samtbögen in Anlehnung an die sanften Kuppeln der Nockberge, die Silberlitzen im Trachtenleib, die aus Magnesitstein gefertigten Rockknöpfe ebenso wie die aus silbergefassten Knöpfe aus Granaten auf den mit blumenbestückten Leibchen. Bei der Männertracht wird der Bezug zum Bergbau stärker betont.

Veranstaltungen
Brauchtum hat seinen Ursprung in religiösen Feiertagen, daher sind die Mitglieder des Vereins bei Prozessionen, Erntedankfesten, bei Totengedenken uvm. präsent. Außerdem engagiert sich der Verein neben Festen in Radenthein auch bei überregionalen Veranstaltungen wie der Trachtenwallfahrt oder der Brauchtumsmesse. Einmal im Jahr organisiert der Verein ein Charity-Event, um sich für benachteiligte Menschen einzusetzen. Tradition und Brauchtum stehen auch bei den regelmäßig veranstalteten Workshops, bei denen alte Handarbeitstechniken und Kochrezepte gelehrt und weitergegeben werden, im Mittelpunkt. Zu bestimmten Anlässen sind die Mitglieder mit Basteln, Handarbeiten und Backen aktiv, wie gerade jetzt zur Osterzeit mit gestickten Weihkorbdecken, dem Osterrreindling und gefüllten Butterlamperln.

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