Leichtathletik war bis vor zwei Jahren die Leidenschaft von Nelly Lorenz, die von den Tageszeitungen wegen ihrer Erfolges als „Goldhamster“ bezeichnet wurde.

Wenn Nedelka „Nelly“ Lorenz die Erfolgsmeldungen von erfolgreichen Paralympics Sportlern wie Markus Salcher hört, freut sie sich über seine tollen Erfolge. Zugleich füllt sich ihr Herz dabei mit ein wenig Wehmut. „Ich habe meine Laufschuhe endgültig an den Nagel gehängt“, sagt die ehemalige Behindertensportlerin. Vor zwei Jahren hat sie dem Sport „Pfiat Gott!“ gesagt. Unzählige Medaillen und Auszeichnungen gehen auf das Konto von Lorenz. Wahrscheinlich war sie eine Wegbereiterin des Behindertensports, ohne das bewusst gemacht zu haben. Lorenz leidet an einer linksseitigen spastischen Lähmung.

Erinnerung bleibt
Stolz präsentiert sie zwei Mappen, die sie zum Termin mit dem KLAGENFURTER in ihrem Stammkaffeeehaus, dem Cafe Affi in Waidmannsdorf, mitgebracht hat. Diese Mappen sind voller Zeitungsartikel von Leichtathletikbewerben in ganz Österreich – stille Zeugen des sportlichen Erfolgs. 2003 fing Lorenz mit dem Leichtathletik-Training an. Durch eine Freundin ist sie zum Sport gekommen. Fünfmal die Woche hat sie früher noch im alten Stadion und die letzten Jahre dann auf der Leichtathletik-Anlage in der Leopold-Wagner-Arena am Südring trainiert. Ihre Disziplinen waren Kugelstoßen, Diskus- und Speer-Wurf sowie der 100-Meter-Lauf. Angetreten ist Lorenz für den Körperbehindertenverband. Auf der Anlage des KLC konnte sie immer ihre Disziplinen trainieren. Die Behinderten-Sport-Gruppe Klagenfurt war ihr Verein.
Unzählige Erfolge. Einer der Höhepunkte war für sie die Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres vor elf Jahren. 45 Mal wurde sie mit dem Staatsmeister-Titel ausgezeichnet. Zu einem großen Ziel hat es nicht gereicht: 2012 bei den Paralympics in Berlin anzutreten. „Alleine habe ich das einfach nicht geschafft.“ Ihre Mutter hat sie immer zu den Bewerben begleitet. Nach dem Tod der Mutter fiel eine ihrer größten Stützen und Wegbegleiterinnen weg. Ein neuer Mentor oder Coach, der an die Stelle der geliebten Mutter trat, fand sich nicht.

Neue Leidenschaft
Zur Zeit geht es die Klagenfurterin ruhiger an. Jetzt schwingt Lorenz beim Seniorentanzen das Tanzbein. Ihre zweite Passion ist der Schlager. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie mit Begeisterung davon erzählt, mit dem Kaiser Fanclub unterwegs zu sein.

Nelly Lorenz am Podest bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft vor vier Jahren

© KK