35 Jahre lang war Franz Tarmann aus Fürnitz fixer Teil der (lokalen) Radsportszene. Jetzt blickt er auf eine bewegte Karriere zurück.

„Warum ich mit den Rennen aufhöre? Altersbedingt… In meiner Freizeit fahre ich aber weiterhin Rennrad, ich liebe den Sport zu sehr“, erzählt Franz Tarmann. Seit den 1980er Jahren nahm der heute 74-Jährige an Rennen teil – und das mit vielen Erfolgen: „Insgesamt waren es um die 600 Rennen – in Österreich, Italien oder Slowenien.“ Das Resümee: 30 österreichische Medaillen, davon zwölf in Gold, 1. Platz beim Großglockner-Rennen 2015 (Klasse 70), fünfmal Sieger beim Berg Cup in Italien, oftmaliger Straßenmeister und vieles mehr, insgesamt rund 150 Siege. Besonders toll fand Tarmann die Stimmung in Italien. „Da stehen bei einem Rennen die Hausfrauen mit der Schürze auf der Straße und schlagen mit ihren Kochlöffeln auf die Töpfe. Insgesamt war es ein bewegtes Leben, das mir gefallen und mich fit und gesund gehalten hat“, zieht Tarmann eine Bilanz. Erst mit 45 Jahren fing der Fürnitzer mit dem Radfahren als Rennsport an: „Ein Freund hat mich dazu gebracht. Erst habe ich ohne Plan trainiert, dann wurde es immer konkreter und ich war täglich zwischen 50 und 80 Kilometer unterwegs.“

Mit einem Sieg in die Renn-Pension. Sein letztes Rennen war ein Bergrennen in Slowenien (Kobarid) – auch dieses konnte er für sich entscheiden, denn: „Ich bin ein Bergfuchs, ich kann mich unheimlich plagen“, so Tarmann. Als Trainingsberg bevorzugte er immer den Dobratsch. Seine beste Zeit: Ab der Alpenarena bis ganz hinauf – 56 Minuten. Gearbeitet hat Tarmann als Kranfahrer. „Eine sitzende Tätigkeit, da bin ich nach der Arbeit sofort aufs Radl – den Ausgleich habe ich gebraucht.“ Unfälle hat er während seiner langen Rennkarriere schon erlebt, aber: „Nur Hautabschürfungen. Ich bin immer noch selbst heimgefahren. Da gebe ich bei einem Sprint lieber nach, als dass ich einen Sturz riskiere.“ Auch wenn es mit den Rennen nun vorbei ist – Sport bleibt wichtig für den Kärntner. „Von Skitouren oder Langlaufen im Winter bis zum Ergometer-Fahren und Training in der Kraftkammer.“ Von seinen drei Kindern wurde übrigens keines vom Rennrad-Fieber gepackt. Tarmann lacht: „Ich habe insgesamt sechs Enkerln, bin u.a. Opa von Zwillingen, die werde ich bald trainieren. Und mit meiner ältesten Enkelin gehe ich gerne Bergsteigen, Skitouren oder Inlineskaten.“

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Franz Tarmann während seiner aktiven Zeit als Hobby-Rennfahrer

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