Seine „Herkulis“-Show am 25. Oktober im KUSS Wolfsberg ist zwar schon ausverkauft, doch es wird einen weiteren Termin im Frühjahr 2018 geben. Im LAVANTTALER-Interview spricht Kulis über Social Media, political correctness und seinene Bezug zur Heimat.

Wenn Gernot Kulis ins Lavanttal kommt, ist der jeweilige Veranstaltungsort für gewöhnlich bis zum Bersten gefüllt. Das hat der Ö3-Callboy auf seiner letzten Tour mit dem Programm „Kulisionen“ eindrucksvoll bewiesen. Und die Zeichen stehen gut, dass die „Herkulis“-Vorstellung noch einen draufsetzt.

Lieber Gernot, wie bist du mit den bisherigen „Herkulis“-Auftritten zufrieden? Läuft alles wie gewünscht?

Ja auf alle Fälle! Ich bin pointendicht, es passt kaum noch eine rein ins Programm. Vorerst. Auch die Bühne, das „Kuliseum“ wie ich sie nenne, ist cool geworden.

Wie kann man sich den Entstehungsprozess einer solchen Liveshow vorstellen? Übst du daheim vor dem Spiegel und lässt deine Frau die Gags absegnen?

Ich hole meine Geschichten aus Reisen, Beobachtungen im Alltag, aktuellen Themen oder arbeite meine Familiengeschichte ein wenig auf. Meine Frau und ich tauschen uns gerne aus. Ich teste Gags zwischendurch im Freundeskreis. Da die Geschichten ja wirklich so passiert sind, merke ich sie mir auch bald. Erarbeitet wird bei mir das Programm vor Publikum. Jede Pointe wird einmal live getestet. Das mach ich immer so. Zu diesen Terminen kommen zwischen 50 und 100 Leute. Wenn es da funktioniert dann weiß ich, dass die Richtung stimmt.

In deiner Pressemappe zum neuen Programm „Herkulis“ steht geschrieben „Herkulis ist der Nichts-von-Political-Correctness-Held“. Leben wir in einer Zeit, in der es einen solchen Helden braucht?

Das ist auf die Comedy an sich bezogen. Political-Correctness wäre grundsätzlich der Untergang  der Comedy, da jeder Gag mit einer Schwäche spielt.

Kannst du dich noch an deinen schlimmsten Auftritt erinnern? Was ist da passiert? 


Auf der Burgruine Finkenstein hätte ich einmal fast nicht spielen können, da der Wind für meine Bühne zu stark war. Dann habe ich einfach unplugged gespielt und es war ein unglaublich toller Auftritt. Im Hintergrund die Blitze und der dunkle Himmel – wir haben keinen Tropfen abbekommen.

Auf deinem Facebook-Account findet man zwei bis vier neue Beiträge pro Monat. Ist Social Media für einen Comedian Fluch oder Segen? 

Was euch alles auffällt! Ich werde mich in Zukunft bemühen, mehr zu posten! Versprochen. Social Media ist, was die Interaktion angeht, für mich eher ein Segen. Ich kriege unmittelbar Feedback und in „Kulisionen“ habe ich die Posts auch in die Live-Show eingebaut. Instagram finde ich lässig, da ist man ein bisschen privater und Menschen können an deinem Leben und deiner Arbeit teilhaben. Christian Ronaldo präsentiert dort fast wöchentlich ein neues Luxusauto – bei mir steht auch ein Ferrari zu Hause, allerdings nur im Wohnzimmer. Ein Bild meines Technikers Christian Ferrari.

Was hältst du generell davon, wenn sich Comedians bzw. Künstler im Allgemeinen in der Öffentlichkeit zum tagespolitischen Geschehen äußern?

Kabarettisten sind halt sehr interessiert. Lesen alles, haben eine Bühne, wo sie Stellung beziehen können und manchmal kommt es auch in der Öffentlichkeit aus ihnen raus. Ich halte mich da bewusst zurück, beobachte lieber und nehme gegebenenfalls das Thema mit auf die Bühne. Ich bin ja Kabarettist und Comedian, keine Politiker.

Wenn eine neue Tour ansteht, legst du bewusst Wert darauf, auch in deiner Heimat, dem Lavanttal, aufzutreten, oder ergibt sich das aus dem organistorischen Ablauf heraus? 

Das Lavanttal ist mir bei der Tour immer wichtig gewesen. Alleine mit „Kulisionen“ war ich vier Mal in Wolfsberg. Dort kommt der Erlös einem Charity-Projekte zugute. Mein Freund Marcus Leeb ist immer sehr engagiert und da helfe ich gerne mit.

Wie oft kommst du privat ins Lavanttal? 

Ich bin im Lavanttal aufgewachsen und meine Familie hat lange in St. Paul gelebt. Mittlerweile wohnen meine Mutter und meine Brüder in Klagenfurt und ich schaffe es nicht mehr all zu oft. Daher freut es mich doppelt, wenn ich mit „Herkulis“ im Lavanttal auftrete.

Jede Pointe wird live getestet
Gernot Kulis mit Co-Autor und Freund Gregor Barcal (links) und Regisseur Bernhard Murg

Herkules schmückte sich mit einem Löwenfell. Herkulis hat es auf Ihr Zwerchfell abgesehen

© Baumann (Foto 1 u. 4), © KK (Foto 2 u. 3)