Seit November ist Claudia Sticker als Sachgebietsleiterin für die Ausbildung der österreichischen Feuerwehrjugend zuständig. Feuerwehr-Landesmeisterschaften heuer in Villach.
Eigentlich sind es sogar vier Jobs, die Claudia Sticker aus St. Jakob zu bewerkstelligen hat: Leiterin der Kärntner Feuerwehrjugend, Sachgebietsleiterin für die Ausbildung der österreichischen Feuerwehrjugend, Bezirksjugendbeauftragte von Villach-Land und Mama. Sticker ist nämlich Mutter von zwei kleinen Kindern (3 und 5 Jahre alt). „Langweilig wird mir da nicht“, lacht sie beim Interview in ihrem Büro im Landesfeuerwehrkommando in Klagenfurt.

Österreichweit
Seit vergangenem Herbst bekleidet Sticker die Position der Sachgebietsleiterin für die Ausbildung der Feuerwehrjugend im gesamten Bundesgebiet. „Eine interessante Aufgabe, jedes Bundesland hat bei der Jugendausbildung seine Eigenheiten, wir stimmen das gemeinsam ab und versuchen, gemeinsame Ziele zu erreichen.“ Diese Ziele sind bereits in einem Strategiepapier festgehalten, zu viel verraten möchte Sticker jedoch nicht. „Unsere erste Sitzung findet noch im April in Klagenfurt statt, da wird dann alles besprochen.“

Ein Viertel Frauen
Was auffällt: Spricht man mit weiblichen Mitgliedern der Feuerwehrjugend, dann ist Claudia Sticker ein leuchtendes Vorbild für die jugendlichen Mädchen. „Ich möchte einmal so werden wie Claudia Sticker“, erzählt uns ein 15-jähriges Feuerwehrmädchen etwa. In der Kärntner-Feuerwehrjugend (Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren) beträgt der Frauenanteil rund 25 Prozent. Tendenz: steigend. Sticker: „Von der Jugend treten mittlerweile sehr viele Frauen in den aktiven Dienst, das ist natürlich erfreulich.“ Selbst kam die zweifache Mutter in den 1990er Jahren zur Feuerwehr und damit in einer Zeit zur Feuerwehr, in der Frauen nur Verwaltungsposten bekleiden konnten. So fing sie als Schriftführerin an, arbeitete sich später Schritt für Schritt hoch. Oft kolportiert: In Österreich gibt es keine Feuerwehrfrau mit einem höheren Dienstgrad als Claudia Sticker. Der Brandrat, in der Feuerwehr wird nicht gegendert, klärt auf: „Es gibt noch mindestens eine weitere Kollegin, die ebenso Brandrat ist.“ Wichtiger als Dienstabzeichen ist Sticker in erster Linie jedoch die Leidenschaft. „Kompetenz ist wichtig, ohne Leidenschaft geht aber gar nichts.“

Wettkampf
Alle zwei Jahre finden im Feuerwehrjugendbereich Bundesmeisterschaften statt. Heuer werden diese Ende August in Wien ausgetragen. Am 30. Juni gehen die Landesmeisterschaften, sowohl für die Jugend als auch die Aktiven, in der Villacher Alpenarena über die Bühne. Die besten vier Jugendgruppen qualifizieren sich für den Start in Wien. Dazu hat noch eine reine Damenmannschaft aus Kärnten die Möglichkeit, in der Bundeshauptstadt dabei zu sein. Übrigens: Mit 26.000 Mitgliedern österreichweit (davon 1.250 aus Kärnten) ist die Feuerwehrjugend mittlerweile die größte Jugendorganisation Österreichs.
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