Bei Zuwiderhandlung droh(n)t Gefängnis: Verwaltungsstrafen bis zu 22.000 Euro, bei Gefährdung der Luftfahrt drohen Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren. Für Drohnenflüge gelten straffe Regelungen. 

Nicht ganz zufällig veröffentlichte die österreichische Flugsicherungsbehörde Austro Control wenige Tage vor Weihnachten die App „Drone Space“. Darauf ersichtlich: Wo darf geflogen werden, wo gilt ein striktes Drohnen-Flugverbot. Die Überraschung in der Drohnen-Community, die stetig steigt, ließ nicht lange auf sich warten, fallen doch Bereiche in die Verbotszone, in denen bis dato durchaus gerne geflogen wurde. Das hervorstechende Beispiel im Bezirk: Wernberg: Im südlichen Bereich der Villacher Speckgürtelgemeinde gilt, ein Drohnen-Flugverbot. Dieses erstreckt sich über St. Niklas, Großsattel, Bogenfeld, bis hin zum Nordufer des Faaker Sees. Das Taborgebiet zählt ebenso zum Verbotsraum. Den Grund kennt Austro Control-Pressesprecher Markus Pohanka: „In Wernberg befindet sich im Bereich Föderlach ein Helikopter-Flugplatz mit der Kennung „LOKD“, deshalb gilt in einem Radius von zweieinhalb Kilometern um diesen eingetragenen Hubschrauberlandeplatz ein Drohnenflugverbot.“ Der Landeplatz, der sich in unmittelbarer Nähe zum Wernberger Gemeindebad befindet, gehört einem Unternehmer. Pohanka: „Will man in diesem Bereich dennoch mit der Drohne fliegen, bedarf es einer ausdrücklichen Genehmigung des Heliport-Eigentümers.“

Hohe Strafen. Fliegt man ohne Genehmigung, obliegt es der Bezirkshauptmannschaft Verwaltungsstrafen bis zu einer Höhe von 22.000 Euro auszusprechen. Pohanka: „Liegt eine Gefährdung der Luftfahrt vor, ist dies ein Straftatbestand und mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.“ Kritikern, die in Österreich ein zu strenges Drohnengesetz (gilt seit 1. März 2014) sehen, widerspricht Pohanka. „Die Sicherheit in der Luftfahrt hat oberste Priorität. Aufgrund des strengen Regulatives gab es in ganz Österreich bis her keine ernstzunehmenden Vorfälle. Ganz im Gegensatz zu anderen Ländern wie etwa Deutschland. Dort gab es im Vorjahr protokollierte 88 Annäherungen zwischen Drohnen und Flugzeugen.“

Genehmigung. Generell bedürfen Drohnen ab 250 Gramm einer Bewilligung seitens der Austro Control. Das Genehmigungsverfahren dauert zwischen vier und sechs Wochen. Der Bescheid kostet rund 300 Euro. Je nach Drohnengröße gelten individuelle Nutzungsbedingungen. Pohanka. „Die App Drone Space zeigt an wo man fliegen darf, wenn alle anderen, in der Bewilligung aufgeführten Punkte, erfüllt werden.“ Ein Beispiel: In der Marktgemeinde Velden gibt es laut Drone Space zwar keine Flugverbotszone, trotzdem darf im Ortszentrum nicht geflogen werden. Pohanka: „Der Flug über dicht besiedelte Gebiete und Menschenansammlungen ist untersagt. Das wird in den individuellen Drohnen-Bescheiden festgehalten.“ Bedeutet: Um auf Nummer sicher zu gehen müssen Drohnenpiloten zuerst ihre Bewilligungen studieren und dann zusätzlich die Verbotsgebiete in der Drone-Space-App kontrollieren. Zudem zahlen Versicherungen, die man für bewilligungspflichtige Drohnen ebenso abschließen muss, bei Sachbeschädigung oder Personenschäden keinen Cent, wenn man sich nicht an die Richtlinien hält.

© Foto: Mike Kampitsch