Gleich sechs Tourismusbetriebe in Döbriach werden noch vor der Sommersaison mit Glasfaserkabel ausgestattet, damit die Gäste in Zukunft schneller im Internet surfen können.

Dünner als ein menschliches Haar sind die Röhrchen aus Glas, die von der Kelag im Untergrund von Döbriach verlegt werden. Sie ermöglichen das Highspeed-Surfen im Internet sowie das Übertragen von Telefonaten und Fernsehprogrammen. In den Genuss des Breitband- Anschlusses kommen die Betriebe Camping Burgstaller, Ferienhotel Trattnig, Romantikhotel Seefischer, Camping Brunner am See sowie Hotel Maier-Zanker. „Jeder Betrieb in Döbriach hatte die Möglichkeit, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Diese sechs Betriebe haben sich relativ rasch dafür entschieden, da bereits akuter Handlungsbedarf bestand“, erklärt Bürgermeister Michael Maier.

Kelag garantiert schnelles Surfen
Das Glasfaser-Netz der Kelag ist das zweitgrößte in Kärnten. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Businesskunden und hier vor allem an Betriebe mit erhöhten Datentransfervolumina, wie etwa Unternehmen aus der Tourismusbranche. Guido Lenz, IT-Leiter der Kelag: „Mit dieser Glasfaser-Lösung setzen unsere Kunden auf den Rolls-Royce der Internetübertragung.“ Die Preise für garantierte Bandbreiten, 100 Prozent Glasfaser und mehr, sind dann auch im oberen Bereich angesiedelt. Für Klein- und Mittelbetriebe mit herkömmlichen Datentransferraten soll es ab Herbst eigene Glasfaser-Angebote geben. Die garantierte Bandbreite von 100 Prozent war auch der Grund, warum man sich in Döbriach zwischen den verschiedenen Anbietern schlussendlich für die Kelag entschieden hat. Ein weiterer Grund war, wie Bürgermeister Maier erklärt, dass die Kelag reine Glasfaser und keine veraltete Brückentechnologie mit Kupferkabel oder Funkverbindungen verbaut. Insbesondere für die Campingplätze war nur die reine Glasfasertechnik eine Option.

Dringend notwendig
„Wenn die Gäste bei uns an die Rezeption kommen, fragen sich zuerst nach WLAN. Wir haben im Sommer rund 2400 Gäste am Camping-Platz. Bisher war es für uns nicht möglich, das „normale“ WLAN freizugeben. Früher, als die Gäste nur ab und zu ihre E-mails gecheckt haben, war das nicht so ein großes Problem. Heute allerdings nutzen Urlauber das freie Netz für Live-Streams, Video-Telefonate und vieles mehr. Da geht alles in die Knie!“, erklärt Arndt Burgstaller von Camping Burgstaller in Döbriach. Laut Bürgermeister Michael Maier wurden erste Gespräche bereits im Herbst des vergangenen Jahres geführt. Die Fertigstellung des Projekts ist im Juni geplant. „Mit 800 Mbit/s für 1800 Euro im Monat startet Camping Burgstaller in die Testphase. „Ich befürchte, das wird nicht reichen“, so der Touristiker.

Finanzierung
Bereits in den 70er Jahren wurde Döbriach mit Leerrohren versehen, die entlang der Römerstraße verlaufen. Dort werden die Glasfaserkabel nun eingezogen. „Wir haben Glück, denn die Rohre laufen genau beim Camping Platz vorbei. So sparen wir uns die Grabungen. Andere Betriebe, wie beispielsweise Camping Brunner, der nicht direkt an die Rohre anstößt, muss 400 Meter in die Tiefe graben“, informiert Burgstaller. Die Kosten für den Breitbandanschluss tragen die Betriebe selber. Das Land fördert nur die Grabungsarbeiten, wie sie eben beim Campingplatz Brunner notwendig sind.

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