Marianne Fanninger war eine der ersten Frauen beim Österreichischen Bundesheer in Kärnten – eine Entscheidung, die sie heute wieder treffen würde.

Anfangs ist die Skepsis von manchen Rekruten noch zu spüren: Kaum zu glauben, aber es gibt immer noch Rekruten, die es im 21. Jahrhundert nicht gewohnt sind, von einer Frau Befehle zu erhalten. „Aber das legt sich bald. Ich überzeuge die Rekruten in der Laudonkaserne mit einer Mischung aus Fachkompetenz und Empathie“, sagt Fanninger selbstbewusst. Im Inland bildet sie heute als Lehrunteroffizier Rekruten, Kadersoldaten sowie andere Heeresbedienstete im Bereich des Sanitätswesens aus.

Findungsprozess
Im Jahr 1998 drangen die ersten Soldatinnen in eine Männerdomäne ein – für das gesamte Heer war das ein enormer Reformschritt. Als Marianne Fanninger vor 17 Jahren beim Österreichischen Bundesheer anheuerte, war sie eine der ersten Frauen beim Heer in Kärnten. Fanninger: „Bei meinem Dienstantritt waren die Anweisungen des Ministeriums für viele Neuland. Zum Beispiel waren getrennte Sanitäranlagen aus baulichen Gründen nicht immer möglich. Dann mussten wir Frauen ausweichen. Da blieb das Kameradschaftsgefühl oft auf der Strecke. Anfängliche Berührungsängste und Übervorsichtigkeit haben sich aber zum Glück gelegt“, erinnert sich Fanninger.

Teamwork
„Als Sanitäter arbeiten wir im Team. Gegenseitiges Vertrauen und Teamwork sind dabei essenzielle Punkte“, sagt Fanninger, die ihre Entscheidung nie bereut hat. Vor dem Heer hat sie eine Ausbildung zur Pflegefachkraft absolviert. „Ich wollte dann unbedingt im Ausland arbeiten. Durch das Österreichische Bundesheer ergab sich diese Möglichkeit. Mir war es auch wichtig, dass ich eine sichere Arbeitsstelle habe“, sagt Fanninger. Der Weg zum Lehrunteroffizier war beschwerlich. Immer wieder geriet sie an ihre psychischen und physischen Grenzen.

Widersprüche
„Im Ausland bestehen meine Aufgaben in der sanitätsdienstlichen Versorgung der Truppe sowie deren sanitätstechnischen Fort- und Weiterbildung. Diese Einsätze geben mir die Möglichkeit, mich persönlich weiterzuentwickeln. Ich bekomme Einblick in ein Leben voller Gegensätze: Tod, Verwundungen und Verletzungen stehen immer wieder der Geburt eines neuen Lebens gegenüber“, beschreibt Fanninger ihre Einsätze. Ausgleich zum harten Heeresalltag findet die stolze Mutter bei ihrem zweijährigen Sohn.

Foto oben: Fanninger bei einem Sanitätseinsatz auf den Golanhöhen

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Lehrunteroffizier Marianne Fanninger  ist seit 17 Jahren beim Österreichischen Bundesheer

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Lehrunteroffizier Mariannne Fanninger bildet u. a. Rekruten im Wehrdienst aus

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Fanninger: „Gegenseitiges Vertrauen und Teamwork sind für uns Sanitäter essenziell“

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