Melanie Leeb aus St. Peter oberhalb von Radenthein ist leidenschaftliche Manga-Zeichnerin und ein riesiger Fan von den aus Japan stammenden Comics, Büchern und Serien – auch Animes genannt.

Die Hobbykünstlerin entdeckte die japanische Phantasy-Welt im Jahr 1998 für sich. Damals kaufte sie sich ihr erstes Manga-Comic-Heft und wagte den Versuch, die Figuren darin nachzuzeichnen. Seither ließ sie die kunterbunte und verrückte Welt der Mangas und Animes nicht mehr los.

Mangas und Co
„Ich male schon, seit ich denken kann. Meine Mutter gab mir mit fünf Jahren einen Stift und ein Blatt Papier in die Hand und ich hab einfach drauflosgemalt. So zumindest erzählt es mir meine Mutter immer“, lacht die gelernte Einzelhandelskauffrau. Ob Ponys, Bugs Bunny, Landschaften oder Tiere – die junge Frau brachte schon alles auf die Leinwand. Trotzdem schlägt ihr Herz für die japanischen Figuren. „Mich faszinieren einfach die großen Kulleraugen, das Kindliche und Niedliche sowie die Outfits, welche die Figuren tragen oder manchmal eben auch nicht tragen“, schmunzelt Melanie Leeb. Ein gutes Stichwort, denn viele denken, Animes, Mangas und Co wären nur etwas für Kinder. Irrtum, wie uns der Japan-Fan erklärt: „In Japan haben Mangas und Animes einen hohen Stellenwert und lange Tradition. Es ist ganz normal, dass Erwachsene Mangas lesen oder sich Anime-Filme ansehen, denn neben Geschichten für Kinder werden auch gesellschaftskritische Themen behandelt. Es gibt auch eine Vielzahl an erotischen Geschichten.“

Leben einhauchen
Wenn die junge Frau Stift und Papier zur Hand nimmt, taucht sie in eine andere Welt ein. „Beim Malen vergesse ich alles um mich herum. Ich arbeite sehr konzentriert, schließlich geht es darum, die Figur lebendig aussehen zu lassen. Das Schwierigste dabei sind die Augen. Sie sind es, die der Figur Leben einhauchen“, so die Meinung der Radentheinerin. Gezeichnet wird übrigens nicht am Computer, sondern old school: Mit einem einfachen Bleistift wird die Figur von der Vorlage zuerst auf das Blatt Papier gezeichnet. Danach werden die Linien mit einem Tuschestift nachgezogen. Einfache Buntstifte bringen Farbe in das Bild und Aquarellbuntstifte dienen dazu, den Hintergrund in Szene zu setzen. Je nach Vorlage und Schwierigkeitsgrad malt die 37-Jährige zwischen fünf und sechs Stunden oder aber auch in Etappen bis zu drei Tage an einem Bild. „90 Prozent meiner Zeichnung entspricht zwar der Vorlage, aber die restlichen 10% Prozent tragen meine Handschrift. So ist jedes meiner Bilder einzigartig“.

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