Der Rauchfangkehrer gilt seit jeher als Glücksbringer, nicht zuletzt weil er tatsächlich für das Glück bzw. die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen verantwortlich ist.

Der SPITTALER bat Inhaberin Evelyn Franta-Binz vom Rauchfangkehrerbetrieb Franta-Binz in Obervellach, den Ausbilder Maximilian Preis sowie Lehrling Dominik Wallner zum Interview.

Aufgaben
Rauchfangkehrer sind „vorbeugende Brandschützer“. „Wir sind dafür zuständig, dass die Abzüge von Feuerstätten sauber sind und einwandfrei funktionieren. Neben dem Brandschutz spielen auch Umweltschutz und Luftreinhaltung eine wesentliche Rolle. Zudem führen wir unter anderem Abgasmessungen und Fang- Querschnittberechnungen durch und sorgen dafür, dass die gesetzlich vorgegebenen Schadstoffgrenzen eingehalten werden“, erklärt Ausbilder Maximilian Preis und führt weiter aus: „Der Beruf des Rauchfangkehrers ist mit sehr viel Verantwortung verbunden und verlangt einschlägiges Fachwissen“. Schornsteinfeger arbeiten auf den Dächern, den Dachböden und in den Kellern der Kunden, und genau das gefällt auch Lehrling Dominik Wallner, der sich im zweiten Lehrjahr befindet: „In diesem Beruf hat man ständigen Kontakt mit den Kunden. Außerdem arbeitet man bei jedem Wetter an der frischen Luft. Genau das mag ich an meiner Ausbildung“.

Ausbildung
Die Lehre wird im dualen Ausbildungssystem in fachtheoretischer und praktischer Hinsicht durchgeführt, vom Lehrberechtigten im Lehrbetrieb und in der Berufsschule. „Die Ausbildung in der Berufsschule findet in Murau, zwei Monate am Stück pro Lehrjahr, statt. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre“, so Lehrling Dominik Wallner. Neben allgemeinen Fächern, wie Deutsch, Englisch und Angewandte Mathematik – ein Fach das in dem Beruf sehr wichtig ist, um beispielsweise Fang-Querschnittberechnungen durchzuführen – stehen auch Wirtschaft und Recht am Stundenplan.

Voraussetzungen & Anforderung
Aber welche Voraussetzungen muss ein Anwärter mitbringen? „Ich persönlich lege nicht viel Wert auf das Zeugnis. Viel wichtiger ist mir das freundliche Auftreten, die Offenheit und der handwerkliche Angriff. Beim „Schnuppern“ sieht man schnell, ob sich die Person für den Beruf eignet. Vor allem aber muss man dem Lehrling vertrauen können, schließlich geben uns Kunden die Schlüssel ihrer vier Wände“, erklärt die Inhaberin vom Rauchfangkehrerbetrieb, Evelyn Franta-Binz. „Gleichgewichtsgefühl ist wichtig, ebenso körperliche Wendigkeit. Außerdem muss man schwindelfrei und trittsicher sein und sollte gegenüber Schmutz und Ruß unempfindlich sein. Ein großes Maß an Sicherheits- und Umweltbewusstsein ist ebenfalls wichtig“, ergänzt der Lehrlingsausbilder. Gerade das Thema Sicherheit spielt in der Ausbildung eine wichtige Rolle, schließlich kann ein Fehler das Leben kosten. „Die Menschen müssen verstehen, dass Sicherheit vorgeht. Das heißt, Leitern und Ausstieghilfen müssen ordnungsgemäß vorhanden sein, ansonsten ist das Risiko einfach zu hoch“, so Evelyn Franta Binz.

Berufsschancen
Die Beschäftigungsaussichten für Rauchfangkehrer sind aufgrund der stabilen wirtschaftlichen Lage sehr günstig. Auch die Aufstiegschancen sind vielseitig. „Nach dem Lehrabschluss und ausreichend Berufserfahrung kann die Meisterprüfung abgelegt werden. Damit darf man selbstständig einen Betrieb führen. Aber auch weitere Spezialisierungen sind möglich. Ob Brandschutzwart, Brandschutzbeauftragter oder Überprüfungsorgan – es gibt zahlreiche interessante Bereiche“, erklärt die Rauchfangkehrermeisterin.

Weitere Infos zu Lehrberufen und Möglichkeiten gibt’s auch auf: www.lehre.ktn.gv.at
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