Wie die jüngsten Ereignisse in unserer Region gezeigt haben, ist der Klimawandel ein unleugbarer Fakt. Wie wirkt sich der Klimawandel nun auf den Wald in unserer Region aus?

Windwurf, extreme Trockenheit und damit einhergehende Waldbrandgefahr, Borkenkäfer und andere Schädlinge sowie Extrem- Wetterereignisse bedrohen zunehmend die heimischen Wälder.

Häufung extremer Wetterereignisse
Im Alpenraum und damit auch im Bezirk Spittal zeigt sich der Klimawandel am deutlichsten durch die Häufung extremer Wetterereignisse. Es kommt zu immer längeren Trockenperioden gefolgt von Starkregen und orkanartigen Stürmen, wie man im Bezirk leider unlängst feststellen musste. „Die massiven Regenfälle der letzten Tage schaden dem Wald nicht. Ein stabiler Wald ist wichtig, um die Niederschläge aufzufangen, zu speichern und langsam abzugeben“, weiß Förster Andreas Angerer von der WWG Kärnten. Der Sturm der letzten Tage richtete allerdings massive Schäden an. Die Spätfolgen daraus sind nicht zu unterschätzen, meint Angerer: „Auf der einen Seite entstehen durch die Entwertung des Rundholzes wirtschaftliche Schäden für den Waldbesitzer. Andererseits erhöhen große Kahlflächen unter anderem die Gefahr von Bodenerosion und damit Murenabgängen.

Mischwald als Schutz
Um den Wald klimafit zu machen, ist wo möglich, eine gute Durchmischung des Artbestandes notwendig. Mischwälder sind weniger anfällig für Borkenkäferbefall und Wetterkapriolen, allerdings ist das Bild von Monokulturen oftmals verzerrt, da es durchaus natürlich vorkommende Fichtenmonokulturen gibt. Vor allem in den Bergwäldern unserer Region kommen reine Fichtenbestände durchaus vor. Überhaupt wandle sich das Waldbild im Bezirk, sagt Andreas Angerer: „Angefangen hat es bereits beim Föhnsturm „Paula“ im Jahr 2008. Durch die Windwürfe und die darauf folgenden Käferholzschlägerungen sind große Kahlflächen entstanden. Dies wird auch nach der heurigen Sturmkatastrophe von Ende Oktober eine Folge sein. Es wird unsere Landschaft noch lange Zeit prägen.“

Borkenkäfer als latente Bedrohung
Auch heuer gab es in Oberkärnten Schäden durch Borkenkäferbefall, allerdings haben die Niederschläge im Frühjahr Schlimmeres verhindert. Generell ist aber in Zukunft vermehrt mit Borkenkäferbefall durch Windwurf zu rechnen. Im steilen Gelände ist eine rasche Aufarbeitung leider oftmals nicht möglich, sodass diese Bäume dann in weiterer Folge zu Brutstätten werden. Andreas Angerer meint dazu: „Um den Borkenkäferbefall nach einem Windwurf möglichst gut in den Griff zu bekommen, sollten Einzelbäume und kleinflächige Windwürfe stets vor den großen Schadholzflächen aufgearbeitet werden. In der Praxis geschieht es aber leider meist umgekehrt.“

Angespannte Situation im Bezirk
Durch die jüngsten Ereignisse ist die Situation der Oberkärntner Waldbauern natürlich alles andere als gut. Es wird etwa 15 Jahre dauern, bis die vom Windwurf betroffenen Waldbesitzer wieder stabile Jungwälder haben werden. Auch die wirtschaftlichen Einbußen werden beträchtlich sein, weiß Angerer: „Wie der Rundholzmarkt auf das plötzliche Holz-Überangebot reagiert, ist noch unklar. Prinzipiell bedeuten derartige Naturkatastrophen aber immer wirtschaftliche Einbußen, nicht nur für die Betroffenen, sondern für alle Waldbauern.“

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