Der ehemalige Prior des Benediktinerstiftes Göttweig übernimmt ab 22. September die administrative Leitung des Stiftes St. Paul. Im LAVANTTALER erzählt er von seinen Aufgaben und Zielen.

Seine Heimat zu verlassen und an einem völlig anderen Ort einer neuen, großen Herausforderung entgegenzutreten, ist für die meisten Menschen kein leichtes Unterfangen. Noch schwerer wird das, wenn man ein Benediktiner ist. „Uns liegt das Beheimatet-sein im Blut. Für gewöhnlich bleibt man bis ans Lebensende in einem einzigen Kloster“, erklärt Pater Maximilian. Aus diesem Grund brauchte er auch ein wenig Bedenkzeit, als er von der Gemeinschaft der St. Pauler Benediktinermönche gefragt wurde, ob er dem Stift St. Paul als Administrator vorstehen möchte. „Ich war ein wenig geschockt, denn ich wusste, dass ich dafür meine Heimat verlassen müsste“, so Pater Maximilian, der zur Zeit der Anfrage als Prior und somit als Stellvertreter des Abtes im Stift Göttweig in Niederösterreich tätig war. Zwei Monate benötige er, um die Entscheidung zu treffen. „Im Mittelpunkt stand die Frage: Was will Gott von mir?“ Gespräche mit der Gemeinschaft der Mönche in St. Paul als auch in seinem Heimatkloster Göttweig bestätigen P. Maximilian in seiner Entscheidung, nach St. Paul zu gehen. „Ich habe gemerkt, dass sowohl meine Mitbrüder in St. Paul als auch in Göttweig bereit dafür sind, Veränderungen auf sich zu nehmen. Mittlerweile bin ich voller Vorfreude!“

Gemeinsamen Weg gehen
Die Aufgaben eines Administrators sind vielfältig und bestehen u. a. aus der Kommunikation mit Verantwortungsträgern und Räten, aus der Repräsentation des Stiftes nach außen, der Organisation des klösterlichen Ordnung und dem Zusammenhalten der Gemeinschaft. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, diese benediktinische Zelle zu stärken. Das kann ich aber nicht alleine bewerkstelligen, sondern bin darauf angewiesen, dass meine Mitbrüder diesen Weg gemeinsam mit mir gehen“, erläutert P. Maximilian. „Ich sehe mich in der Pflicht, meine Leitungsaufgabe so gut wie möglich zu erledigen, und zwar nicht nur als Manager, sondern aus einer spirituellen Überzeugung heraus.“

Zuhören
Eine Kernkompetenz des Administrators sieht P. Maximilian in der Fähigkeit, anderen Menschen zuzuhören. „Das Zuhören ist ganz wichtiger Faktor, sei es im Umgang mit Mitbrüdern, Bürgern oder auch mit Gott. Ich treffe Entscheidungen niemals im Alleingang.“

Organisation
Als Administrator ist P. Maximilian der oberste Leiter des Stiftes und der Letztverantwortliche für alle Entscheidungen und den generellen Kurs des Hauses. Der wesentlichste Unterschied zwischen der Funktion des Abtes und der des Administrators ist die Dienstzeit: Während ein Administrator für die Dauer von drei Jahren ins Amt erhoben wird, wird ein Abt entweder zwölf Jahre oder aber bis zum 70. Lebensjahr gewählt. Dem Administrator stehen der Dekan, der Seniorenrat und der Wirtschaftsrat zur Seite. Über Fragen von besonderer Bedeutung stimmt das so genannte „Kapitel“ ab, das aus allen elf Mönchen des Benediktinerstiftes besteht.

Abt Heinrich als Lehrer
Berührungspunkte mit dem Lavanttal gab es in P. Maximilians Vergangenheit bereits. So verbrachte er 1988 als junger Mönch zwei Wochen seines Noviziats – also des ersten Jahres im Kloster – in St. Paul. „Als Schüler des Schottengymnasiums in Wien war Abt Heinrich sogar mein Deutschlehrer“, erinnert er sich. „Ich denke, er ist stolz darauf, dass einer seiner ehemaligen Schüler das Amt des Administrators übernimmt.“

Pater Maximilian freut sich auf seine bevorstehenden Aufgaben
Abt Heinrich leitete das Stift St. Paul 21 Jahre lang und wurde 2013 zum Ehrenbürger von St. Paul ernannt
Der zukünftige Administrator mit Lohnverrechnerin Regina Lackner

INFO:

Pater Maximilian – Kurzbiographie

  • Geboren 1969 in Wien, aufgewachsen mit vier Geschwistern
  • Schule in Wien, nach der Matura am Marianum mit 18 Jahren Eintritt ins Kloster Göttweig
  • Studierte in Salzburg
  • Priesterweihe 1996
  • Funktionen im Stift Göttweig u. a. als Präfekt im Sängerknabenkonvikt, Kaplan, Kirchenrektor, geistlicher Begleiter, Novizenmeister etc., schließlich als Prior
  • Administrator des Stiftes St. Paul

© KRM (großes Bild, 2 kleine Bilder), © KK (Foto Abt Heinrich)