Hätten Sie’s gewusst? An diesen Stellen in der Villacher Innenstadt gibt es Defibrillatoren (Defis). Jeder kann sie bedienen, jeder kann Leben retten! Aber: In Österreich versucht ein Notfallzeuge nur in 10 bis 15 Prozent der Fälle Basisreanimation zu leisten!

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie gehen in der Innenstadt spazieren und plötzlich fällt vor Ihnen jemand um. Akuter Herzkreislaufstillstand. Wüssten Sie, dass lebensrettende Defibrillatoren nur einen Sprung entfernt zu finden sind und diese von jedermann kinderleicht bedient werden können?

Die Ausgangssituation
„Nur zehn bis 15 Prozent der Österreicher trauen sich zu bei einem beobachteten Herzkreislaufstilltand lebensrettende Maßnahmen einzuleiten“, erklärt Ursula Lex, Schwester im LKH Villach und Mitglied des Basic-Life-Support-Teams. In Skandinavien sind es, dank flächendeckender Schulungen ab dem elften Lebensjahr rund 60 Prozent. Lex: „Für die Reanimation benötigt man nurseine Hände, ein Eigengewicht ab 40 Kilogramm und Mut.“

Defibrillatoren
Was viele nicht wissen. Immer mehr Geschäfte und öffentliche Einrichtungen in der Villacher Innenstadt verfügen über Defibrillatoren. Und: Jeder kann sie einfach bedienen! Der DRAUSTÄDTER überzeugt sich davon bei einer Demonstration im Schockraum des LKH Villach. Der Laiendefibrillator ist ein kleines kompaktes Gerät das den Herzrhythmus selbständig analysiert. Der Defibrillator erklärt nach der Öffnung des Defi-Koffers sämtliche Schritte. Vom Einstecken der Kabel, über das richtige Anbringen der Pads am Oberkörper, bis hin zum Auslösen des elektronischen Impulses. Ursula Lex: „Der Defibrillator analysiert den Herzrhythmus eigenständig. Liegt ein Kammerflimmern vor, rät er nach erfolgter vollautomatischer Analyse zum elektronischen Impuls.“ Der Defibrillator entscheidet selbständig über eine mögliche Schockabgabe , oder gegebenenfalls gegen eine elektrische Intervention. Nur wenn in der Analyse eine Notwendigkeit (Kammerflimmern ) erkannt wird, wird eine elektrische Ladung der Paddels erfolgen. Dies macht die Anwendung sehr sicher und einfach. Zu beachten ist weiterhin, dass während der Schockabgabe niemand den Patienten berührt.

Weiter reanimieren
Ist der elektronische Impuls erfolgt und es gibt keine Lebenszeichen, kann/muss die Reanimation mittels Herzdruckmassage sofort fortgesetzt werden. Nach zwei Minuten wird der Defibrillator eine erneute Analyse starten. Im Idealfall ist bis zu diesem Zeitpunkt der Notarzt bereits eingetroffen. Für die Innenstadt, ein durchaus realistisches Szenario. Im Durchschnitt benötigt hier der Notarzt zehn Minuten.

Defibrillatoren in der Villacher City

McDonald’s, BKS, Rathaus, Arbeiterkammer (2), Markthalle, CCV, Stadthalle

Vorgehensweise im Notfall

-Prüfen Sie ob die Person reagiert (sehen, hören, fühlen – ca. 10 Sekunden)
keine Reaktion – keine Atmung:
-Veranlassen Sie den Notruf 144 oder 112 (internationaler Notruf)
-Lassen Sie sich einen Defi bringen
-Beginnen Sie mit der Herzdruckmassage: Thoraxkompression mit Handballen und einer Frequenz von 100-120   Wiederholungen pro Minute
-Wenn Defi verfügbar: Folgen Sie den Sprach/Bildschirmanweisungen, kleben Sie eine Elektrode unter die linke Achsel,       kleben Sie die andere Elektrode unter das rechte Schlüsselbein.
-Defi empfiehlt Schock: Niemand berührt den Patienten, Schock auslösen
-Herzdruckmassage fortsetzen bis Defi neue Anweisungen gibt oder der Patient Lebenszeichen aufweist

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