In seinen „wilden Jahren“ spielte er auf seiner „Quetschn“ in ganz Europa, heute lässt es der 82-jährige Franz Loibnegger aus Pölling ruhiger angehen und stellt Körbe, Besen und Teufelsgeigen nach alten Methoden her.

Einen milchproduzierenden Landwirt mit Vollbart, der die Steirische spielt – so eine Person suchte das Molkereiunternehmen Schärdinger in den 90er-Jahren als Aushängeschild und Alleinunterhalter bei großen Lebensmittelmessen. Fündig wurde man in Pölling. Dort ist der heute 82-jährige Franz Loibnegger aufgewachsen und dort hat er in seiner Jugend das Spielen auf der Steirischen gelernt: „Vom Zusehen und selber probieren“, erinnert er sich heute. Musikunterricht nahm er dafür keinen. In der Folgezeit war Loibnegger für Schärdinger in ganz Europa unterwegs. Erfurt, Paris, Brüssel – überall war der „Mountain Man“ gern gesehen. Heute musiziert Franz zwar auch noch gerne, allerdings beschränkt er seine musikalischen Aktivitäten auf die nähere Umgebung. Und er hat eine weitere Tätigkeit aufgenommen, die er früher von den alten Bergbauern gelernt hatte und die heute fast ausgestorben ist: Das Flechten von Körben und das Herstellen von Besen aus Naturmaterialien. „Man braucht einfach eine Beschäftigung in der Pension“, lacht der Handwerker.

Zwei Tage pro Korb
Wenn das Laub von den Bäumen fällt, macht sich der rüstige Altbauer auf die Suche nach seinem Rohstoff: Haselstecken, die vor allem in feuchten Gräben gedeihen. In mühevoller Arbeit werden die Stöcke gespalten, indem Franz sie übers Knie legt und mit einem Messer einschneidet. Breite Schienen bilden den Rahmen und den Boden für die Körbe, schmälere Stücke werden nach alter Methode kreuz und quer eingeflochten. Bis zu zwei Tage benötigt so ein kleines Meisterstück, bis es fertig ist. In der Nachbarschaft, bei Freunden und Bekannten stoßen die praktischen Haushaltshelfer auf großen Anklang und werden für ihre Langlebigkeit und Robustheit geschätzt.

Besen und Teufelsgeigen
„Das ist Natur pur“, freut sich Loibnegger über seine Körbe. Auch auf die Birkenbesen, die in Franz‘ Werkstatt entstehen, trifft das Attribut „naturbelassen“ voll und ganz zu. So ein Besen ist zwar schneller hergestellt als ein Korb, doch um innerhalb weniger Stunden rund 100 einzelne Birkenruten zu einem Besen zu verbinden, ist Geschickt gefragt. Auch in handwerklicher Hinsicht hat Loibnegger der Musik nicht abgeschworen: Wenn es die Zeit zulässt, widmet er sich der Herstellung von Teufelsgeigen.

Stunde um Stunde verbringt Franz mit dem Spalten der selbst gesammelten Haselstöcke

Birkenzweige – das Rohmaterial für Besen

Daneben bleibt noch Zeit für die Herstellung von Teufelsgeigen