Die Klagenfurterin Lisa Wolf hatte während ihrer Studienzeit einen Studentenjob der etwas anderen Art: Sie war Crewmitglied von Eisbrechern. Heute Abend hält die Geografin einen Vortrag mit dem Titel „Klimawandel am Nordpol“ in Krumpendorf und wird von ihren Erfahrungen berichten.

Das Schiff „50 Let Pobedy“ ist der stärkste Eisbrecher der Welt. Das Schiff schneidet sich durch das Eis der arktischen See und fährt unter russischer Flagge. Wer immer schon davon geträumt hat, am Nordpol zu stehen, hat mit „Qark Expeditions“ die Möglichkeit zu einer Reise dorthin. Die Klagenfurterin Lisa Wolf wurde während ihrer Studentenzeit von einem Bekannten gefragt, ob sie nicht im Servicebereich eines Eisbrechers arbeiten wolle. „Als ich meiner Mutter davon erzählt habe, dass ich auf einem Schiff, das zum Nordpol fährt, arbeiten werde, hat sie mich gefragt, ob ich verrückt bin. Eigentlich friere ich ständig. Die arktische Kälte ist aber nicht ganz so schlimm, da es eine trockene Kälte ist“, lacht Wolf. 19 Mal war sie als Crewmitglied der 50 Let Pobedy oder der Kapitan Khlebnikov am geografischen Nordpol. Für das Catering auf beiden Schiffen ist nämlich u. a. der Wolfsberger Erich Graf zuständig. So schließt sich der Kreis, wie es dazu kommt, dass Österreicher auf Schiffen, die zum Nordpol fahren, arbeiten.

Klagenfurt im hohen Norden
Gestartet wird im russischen Hafen von Murmansk. Das Schiff fährt durch die Barentssee durch den arktischen Ozean. Es geht vorbei an aufgelassenen russischen Militärstationen und die Inseln des Franz-Josef-Landes. „Das Schimmern des meterhohen ewigen Eises und Tiere wie Eisbären aus nächster Nähe – was man sieht, ist gewaltig und kann man eigentlich kaum in Worte fassen“, sagt Wolf. Bei sogenannten „Landings“ mit Hubschrauber oder Booten können Forschungsteilnehmer oder Nordpol-Reisende die arktische Flora und Fauna aus nächster Nähe erleben. „Bei der Fahrt durch das Franz-Josef-Land haben wir sogar die Insel Klagenfurt gesehen“, lacht Wolf.

Welt im Wandel
Der Höhepunkt der Nordpol-Fahrten ist das Erreichen des geografischen Nordpols. Dort wird von allen Teilnehmern das Friedenszeichen gebildet. Dass der Klimawandel real ist, steht für die Geografin außer Zweifel. Wolf: „Der Klimawandel ist bei den Reisenden und den Forschern ein ständiges Thema. Viele stellen sich die Frage: „Wird unsere nächste Generation noch Eisbären sehen.“ Wer mehr über die arktische Welt wissen will, kann Wolf bei einem Vortrag zum Thema „Klimawandel am Nordpol“ am 4. Mai um 20 Uhr im Festsaal in Krumpendorf erleben.

19 Mal war Lisa Wolf am Nordpol

KK