Eine „Herzensangelegenheit“ wird in Tainach umgesetzt: Alle ortsansässigen Vereine arbeiten zusammen, um einen Defibrillator für den Ort anzuschaffen, der im Notfall Leben retten kann.

Ein Defibrillator (Defi) ist ein medizinisches Gerät, mit dem z.B. bei einem Herzinfarkt oder Herz-Kreislauf-Versagen durch gezielte Stromstöße die Herzaktivität wieder hergestellt werden kann. Da bei plötzlichem Herzversagen jede Minute zählt, kann durch den schnellen Einsatz eines Defis die Überlebenschance auf bis zu 40 Prozent gesteigert werden – und einen Defi kann jeder bedienen! Die Anschaffung eines solchen öffentlich zugänglichen Gerätes für den Ort ist allen Tainacher Vereinen eine „Herzensangelegenheit“ und es ist eine einzigartige Kooperation am Laufen.

Alle zusammen
Initiator und Koordinator der Aktion ist die Gemeinschaft Tainach mit Obmann Martin Urak und Projektleiterin Susanne Dissauer. „In den Köpfen gibt es die Idee schon länger, die Kooperation aller örtlichen Vereine hat die Aktion möglich gemacht“, freut sich Dissauer. Handgefertigte Holzherzen wurden heuer bereits und werden auch noch weiterhin unter dem Motto „Ein Herz für Tainach“ um zehn Euro pro Stück bei Veranstaltungen der Tainacher Vereine verkauft. Mit dem Geld werden sowohl der Ankauf des Defis (ca. 2.000 Euro) als auch in weiterer Folge die kontinuierlichen Wartungen sowie Erste-Hilfe-Kurse mit Einschulungen und Auffrischungen finanziert. Der erste Kurs ist bereits für November geplant. Kontaktperson für den Herzverkauf und Finanzverwalterin ist Krimhilde Kummer.

Standort: Raiffeisenbank
Ende dieses Jahres ist geplant, den Defi ankaufen zu können, Standort wird in der Raiffeisenbank Tainach sein: „Das ist ein sehr guter Platz: leicht erreichbar direkt an der Hauptstraße, öffentlich mit jeder Bankomatkarte zugänglich und videoüberwacht. Wir freuen uns sehr, dass uns die Raiffeisenbank Tainach mit dieser guten Kooperation unterstützt“, so Martin Urak. Projektleiterin Dissauer fügt hinzu: „Wir hoffen auch noch auf Unterstützung der Stadtgemeinde, das wäre dann eine ganz runde Sache.“

Keine Scheu!
Weit über die finanzielle Unterstützung mit dem Kauf der Herzen hinaus ist natürlich die Bevölkerung wesentlicher Bestandteil der Rettungsmaßnahmen im Ernstfall. Urak: „Es ist sehr wichtig, dass die Bevölkerung einen Bezug dazu hat und im Ernstfall keine Scheu davor, den Defi zu benutzen. Deshalb war bei den größeren Veranstaltungen heuer – wie dem Feuerwehr-Frühschoppen oder dem Tainacher Kirchtag – auch das Rote Kreuz vor Ort und hat die Anwendung eines Defis demonstriert. Die Leute konnten erleben, wie das Gerät funktioniert und spricht.“

Rettungskette
Der Defi, der für Tainach angekauft wird, ist kompatibel mit dem Roten Kreuz und muss für einen Abtransport des Patienten mit der Rettung ins Krankenhaus nicht umgesteckt werden. „Der Standort des Gerätes wird auch bei der Leitstelle des Roten Kreuzes vermerkt und beim Notruf gibt der Mitarbeiter den Standort des nächsten Defis durch“, erklärt Urak. Während eine Person vor Ort bleibt und die Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführt, sollte eine zweite Person schnellstmöglich den Defi holen, um ihn einsetzen zu können, bis das Rettungsteam eintrifft. Susanne Dissauer ergänzt dazu noch einen Wunsch für die Zukunft: „Telefonnummern mehrerer Personen hinterlegen zu können, die im Notfall mitverständigt werden, um den Defi zu holen. Das würde die Rettungskette noch verbessern.“ Für die Beteiligten an der gemeinsamen Aktion ist die „Herzensangelegenheit“ klar definiert: „Jeder kann in die Situation kommen, den Defi zu brauchen!“

Das Rote Kreuz demonstrierte der Bevölkerung bereits, wie ein Defi funktioniert – am Foto hier beim Kirchtag der Gemeinschaft Tainach im August. Weiters sind Erste-Hilfe-Kurse in Tainach geplant
© Gemeinschaft Tainach

Am Foto oben: Stellvertretend für alle Tainacher Vereine (v.l.) Martin Urak (Gemeinschaft Tainach), Thomas Koberer (SPÖ), Johannes Schest (FF Tainach), Ferdinand Gross jun. (FF Tainach), Susanne Dissauer (Gemeinschaft Tainach), Wilfried Zenkl (Sportverein), Johann Ronacher (Senioren)
© KRM