Jasmine R. Mayer aus dem Gegendtal hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: Als Pädagogin und Kulturvermittlerin bringt sie Groß und Klein traditionell, historisches Handwerk näher.

 

„Mit meiner Arbeit versuche ich, verlorenes Wissen weiterzugeben, soweit das mit dem heutigen Denken und Material möglich ist“, erklärt Mayer, die auf Märkten den Namen „Jorunn“ trägt. Die Techniken sind vielfältig: Ab der Steinzeit bis zur heutigen Zeit, vor allem aus Europa: „Man findet aber auch in Australien ähnliche Techniken wie bei uns, ich bin viel auf Reisen und immer auf der Suche nach Neuem.“ Ein Beispiel ist das Nadelbinden. „Ein Vorläufer von Stricken und Häkeln, um dehnbare Materialien herzustellen, das haben schon die Kelten verwendet und wird in Skandinavien immer noch an Schulen unterrichtet. Oder das Kammweben, viele junge Designer setzen es für aktuelle Mode ein.“

Färben. Auch das Färben von Wolle und Gewebe macht Mayer nach historischen Rezepten: „Je nachdem, welches Wasser verwendet wird, geht das etwa ganz einfach mit Zwiebeln, grünen Walnussschalen oder Spinat.“ In ihrer Arbeit bringt die Kärntnerin die alten Techniken vor allem Kindern und Menschen mit Beeinträchtigungen näher. So ist sie in Schulen unterwegs, aber auch bei historischen Festen in Kärnten, Deutschland, Skandinavien und der Schweiz anzutreffen. Immer in historischer Gewandung – je nachdem, welche Zeit bei dem Fest dargestellt wird. Ihre Liebe zu alter Handarbeit entstand aus Eigennutzen. „Vor zehn Jahren wollte ich eine bestimmte Epoche darstellen, musste dafür sehr viel selber machen und bin so dazu gekommen.“ In welcher Zeit hätte sie gerne gelebt? „Was das Handwerk angeht, gerne im Mittelalter. Wobei mich die damalige Stellung der Frau, die dreckigen Städte und die Krankheiten eher nicht so ansprechen. Und in der Steinzeit hatte man wohl weniger Stress“, sagt sie mit einem Lachen.

Lokal. Teil ihrer Wissensvermittlung ist es auch, zu zeigen, dass viele Ressourcen quasi vor unserer Haustüre zu finden sind. „Vieles wird importiert, aber es geht auch um Nachhaltigkeit, irgendwann sind die Rohstoffe erschöpft. Die Natur gibt sehr vieles, was wir brauchen.“ So verarbeitet sie übrig gebliebene Färbefarben etwa weiter zu Malfarben. „Man muss sie nur eindicken, dann hat man wunderschöne Aquarellfarben. In Schulen mache ich etwa „Farbzeitreisen“, von Höhlenmalerei bis heute.“

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