Ohne Bewegung geht für Urban Kropfitsch gar nichts. Der Wernberger absolviert mit 64 Jahren regelmäßig extreme Bewerbe, gerne auch für den guten Zweck.

Gewichtsprobleme und der Konsum von zwei Packungen Zigaretten pro Tag – mit Anfang 30 lebte Kropfitsch alles andere als gesund. „Mein Arzt meinte zu mir, bevor ich einen Herzinfarkt bekomme, sollte ich dringend mit einem Sport beginnen, so kam ich zum Laufen“, was sich schlussendlich als große Leidenschaft des Wernbergers herausstellte. Auch heute, mit 64 Jahren, stehen mindestens zwei Marathonläufe pro Jahr auf dem Programm. Je länger die Distanz, desto reizvoller für den sportlichen Kärntner. „Im Jänner habe ich bei Burgenland extrem teilgenommen. Die Wanderung rund um den Neusiedlersee war 120 Kilometer lang, sehr anstrengend und sehr kalt. Für die gesamte Tour habe ich 23 ½ Stunden gebraucht, eine gute Zeit für mich“, erzählt Kropfitsch.

Gratwanderung. Warum macht er solche extremen Bewerbe? „Es geht um den gesundheitlichen Aspekt. Aber auch darum, um mir selbst etwas zu beweisen. Schaffe ich es, oder nicht? Es ist immer eine Gratwanderung, wie viel der Körper leisten kann“, so Kropfitsch. Mittlerweile zählt er im Starterfeld zu den älteren Teilnehmern, denn: „Der Großteil ist im Schnitt 45 Jahre alt. Aber ich fühle mich auch jünger.“ Ein weiterer Teil seines Lebens sind Benefizläufe. „Die geben dem Ganzen noch mehr Sinn. Einmal bin ich etwa für die Ausbildung eines Blindenhundes gelaufen, 258 Kilometer innerhalb von 24 Stunden“, erinnert sich Kropfitsch. Pausen macht er während dieser extremen Bewerbe nur wenige. An Essen ist dabei sowieso nicht zu denken – Flüssignahrung muss reichen, der Körper ist mit anderen „Sachen“ beschäftigt.

Aktiv. Ein Tag ohne Bewegung, das gibt es für den Kärntner nicht: „Im Herbst sind wir um den Dobratsch gewandert und waren 14 Stunden unterwegs. Ich bin auch gerne im Wald unterwegs, im besten Fall auf der Suche nach Schwammerln.“ Von Beruf war der heutige Pensionist ÖBB-Angestellter, ein langer Trainingslauf (rund 70 Kilometer) nach einem Nachtdienst war früher keine Seltenheit. Musik hört Kropfitsch während dem Laufen übrigens keine. „Bei diesen langen Läufen erreicht man fast eine Art Trancezustand. Man wird danach süchtig – im positiven Sinne“, sagt er mit einem Lachen.

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