Als Baumpfleger kümmert sich Christian Plattner aus Kragelsdorf um den Erhalt alter Bäume. Seine „Pflegefälle“ sind oft weit über 100 Jahre alt.

Zeit seines Lebens hatte Christian Plattner mit Bäumen zu tun. Erst in der landwirtschaftlich tätigen Verwandtschaft, später als Teil eines Schlägerungsunternehmen und seit sechs Jahren als Ausbildner für Forstarbeiter an der Forstlichen Ausbildungsstätte in Ossiach. Dort bringt er Kursteilnehmern u. a. Seilklettertechniken für Seilkrananlagen bei. Das Wissen über solche Techniken und seine forstlichen Kenntnisse hat er vor zwei Jahren mit seiner Leidenschaft für das Sportklettern kombiniert. Als Baumpfleger sorgt er sich seitdem nebenberuflich um den Erhalt alter Bäume. „Im Lavanttal sieht die gängige Praxis leider so aus, dass ein Baum einfach gefällt wird, wenn er zu groß wird“, erklärt der Experte. „Die meisten Menschen wissen nicht, dass man selbst alte Bäume mit geeigneten Pflegemaßnahmen noch für Jahrzehnte erhalten kann. Gerade im städtischen Gebiet trägt jeder Baum zur Steigerung der Lebensqualität bei. Es ist mir ein Anliegen, dass in diesem Bereich ein Umdenken stattfindet.“

Spezialfälle(r)
Neben der Pflege von alten Bäumen gehört es auch zu den Aufgaben eines Baumpflegers, überhängende Bäume und Äste verkehrssicher zu machen sowie Totholz zu entfernen. Sollte von einem Baum tatsächlich einmal eine solche Gefahr ausgehen, dass er gefällt werden muss, verfügt Christian Plattner über eine Reihe spezieller Fälltechniken, die es ihm erlauben, große Bäume selbst auf sehr engem Raum zu fällen – auch dort, wo man mit schweren Maschinen gar keinen Zugriff hat. Ein Beispiel für ein solches Vorgehen ist die so genannte Rigging-Technik, bei der der Baum nicht als Ganzes, sondern in einzelnen Sektionen von oben nach unten abgetragen wird. Die abgesägten Teile des Stamms werden mit Spezialseilwinden abgeseilt.

Über 1.000 Jahre
Am öftesten hat es Christian Plattner in unseren Breiten mit Nussbäumen zu tun, die in viele Gärten eingepflanzt wurden und bis zu 150 Jahre alt werden. Sie reagieren besonders heikel auf Pflegemaßnahmen. „Wenn die Schnittflächen zu groß werden, kann der Baum die Wunde nur schlecht verschließen“, weiß Plattner. Daher ist es speziell bei Nussbäumen wichtig, früh mit der Pflege zu beginnen. Plattner: „Wenn die ersten Äste die Größe erreicht haben, die man sich für den Baum vorstellen kann, sollte man die erste Pflege in Angriff nehmen.“ Eichen und Linden sind im Lavanttal ebenfalls weit verbreitet. Letztere werden sogar über 1.000 Jahre alt.

Bei seiner Arbeit benötigt Christian Plattner Kenntnisse über verschiedene Seiltechniken

Schwindelfreiheit ist ein Muss

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