Während seiner aufregenden Zeit bei drei weltweit tätigen Unternehmen bereiste der Wolfsberger Berndt Böhme 101 der insgesamt 194 Länder der Welt.

Böhmes Laufbahn begann 1969 mit der Lehre zum Chemietechniker im Forschungszentrum Vianova der Firma Hoechst. Schon damals war er europaweit unterwegs, denn die ungesättigten Polyesterharze wurden beim Bau von Autokarosserien, in der Knopfindustrie, beim Bau von Swimmgpools uvm. gebraucht. 1976 wechselte er als Anwendungstechniker zu Rio Tinto, einem der größten Bergbauunternehmen der Welt. „Mein Job war es, Kunden auf der ganzen Welt die Anwendungsmöglichkeiten von Rohstoffen zu demonstrieren“, erklärt Böhme. Diese Mineralien werden vor allem in der Produktion von Lacken, Wandfarben und Fassadenputz benötigt.

Firmenübernahme
Mit der Übernahme einer kleinen Farbenproduktion in Graz im Jahr 1989 begann das wohl spektakulärste Kapitel im Leben des Wolfsbergers. Mit enormem Einsatz brachte er die mehr schlecht als recht laufende Firma auf Vordermann: „Ich habe jeden Tag 18 Stunden gearbeitet. Innerhalb von zwei Jahren haben wir den Umsatz stark erhöht und sind in die Gewinnzone gerutscht.“ Doch Platz war Mangelware, weshalb der Bau einer neuen Fabrik anstand. Über ein Prospekt wurde er auf den Mörtel-, Estrich- und Putzproduzenten Röfix aufmerksam, der in der Steiermark Bedarf hatte. Böhme: „Noch am selben Abend waren die Bedingungen für die Zusammenarbeit ausgehandelt und ein Werksneubau beschlossen. In weiterer Folge war ich für den gesamten Mark in Kärnten, der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und Burgenland zuständig.“

Mit Bodyguard in Kroatien
1996 plante Röfix den Bau eines neuen Werkes in Kroatien, das noch unter den Folgen des Jugoslawienkriegs litt. „Es herrschte Korruption. Ich wurde eingesetzt, um für klare Verhältnisse zu Sorgen. Ich wurde bedroht und musste mir sogar Leibwächter nehmen. Vor jedem Grenzübertritt musste ich mein Auto nach Drogen durchsuchen.“ 2000 wurde das Werk in Pojatno nördlich von Zagreb eröffnet. Nur ein Jahr später verließ Böhme Röfix und nahm einen Posten bei der Kärntner Montanindustrie mit Sitz in Wolfsberg an. Eigentlich wollte er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, doch das viele Reisen begann zu diesem Zeitpunkt erst richtig. Bis 2009 blieb Böhme der Kärntner Montanindustrie treu, bevor er den Entschluss fasste, sich selbstständig zu machen. „Seit zehn Jahren bin ich in Wolfsberg als Chemiehändler tätig und verkaufe Chemikalien in die ganze Welt.“

Unterwegs in Saudi-Arabien

Den Oman auf der Arabischen Halbinsel bezeichnet Berndt Böhme als sein Lieblingsland

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