Aus ehemaligem Café Fresco in Bahnhofstraße 16 in Klagenfurt wird voraussichtlich „Café Kamot“, das Anfang November eröffnen soll. Die LIG geht in puncto Mietvertrag auf Nummer sicher: Selbst Pflanze wird vertraglich geschützt.

Am 17. Jänner 2018 hat der Pächter des Cafés Fresco – die „Dr. Ulf Sereinigg GmbH“ – Konkurs angemeldet. „Bis Juni hat es gedauert, dass wir das Café in der Bahnhofstraße 16 in Klagenfurt wieder zum Vermieten ausschreiben konnten“, sagt der Geschäftsführer der Landesimmobiliengesellschaft (LIG) Reinhard Bachl. Für Bachl ist das Konkursverfahren der Hauptgrund, dass das Cafe zehn Monate leergestanden ist. „Wir haben die ,Dr. Ulf Sereinigg GmbHʻ jedenfalls nicht in den Konkurs geschickt. Aber die Zahlungen der Mieten in den letzten drei Jahren waren oft sehr unregelmäßig“, sagt Bachl.

Punkt für Punkt abgesichert
Der KLAGENFURTER hat den Mustervertrag sowie das Expose zur Immobilie zugespielt bekommen. Für etliche Interessenten war es ein „Knebelvertrag“ – wie uns ein Insider mitgeteilt hat. Die Pflege einer Glyzinie, einer Kletterpflanze, die sich im Hof befindet, wurde in drei Punkten vertraglich abgesichert. So heißt es etwas: „Der Pächter hat auf eigene Kosten für die laufende Pflege der Glyzinie und die Wartung bzw. Instandhaltung des Rankgerüstes zu sorgen“. Oder  „Sollte die Pflanze vom Pächter nicht pfleglich behandelt werden und vertrocknen, verpflichtet sich der Pächter, auf eigene Kosten die Pflanze zu entfernen und diese durch eine neue zu ersetzen.“ „Es muss alles nach Punkt und Beistrich geregelt sein. Für keinen der Interessenten war der Punkt der Pflege der Glyzinie, ein Punkt, an dem der Vertrag gescheitert ist“, so Bachl. Fünfzehn Interessenten sind schließlich in der engeren Auswahl gewesen. „Es waren viele ältere Herrschaften dabei, wenige der Interessenten hatten Erfahrung in der Gastronomie“, so Bachl. Die LIG hat sich jetzt dazu entschieden, dass das Café an Karin Münch zu verpachten. „ Es ist geplant, dass Karin Münch und ihre Cousine am 1. November 2018 eröffnen werden. Münch verfügt über gute gastronomische Erfahrung und ist als ehemalige Mitbetreiberin des Jazzlokals Kamots in der Kulturszene gut vernetzt. Die beiden haben mit geplanten Veranstaltungen wie Konzerten und Lesungen ein tolles Konzept vorgelegt. Es wird wahrscheinlich Café Kamot heißen“, sagt Bachl. Groß aufgekocht werden, darf im Café nicht, da dafür die Genehmigung fehlt. Es soll aber kleine Snacks geben.

Der Vermieter hat das Überleben dieser Kletterpflanze vertraglich gesichert

Foto: KRM