Guido Burgstaller steht in seiner ersten vollen Saison auf Schalke. Mit den Königsblauen will er zumindest in die Europa League. Von Gmünd aus versorgt ihn seine Familie mit Schmankerln aus der Heimat.

Gegenüber der Sportbild sagte Guido Burgstaller, dass er sich als Jungprofi nichts anderes vorstellen hätte können, wie ein Engagement beim damaligen Vorzeigeverein FC Kärnten. Dass er es viel weiter schaffte, Goalgetter beim Traditionsklub Schalke 04 in der deutschen Bundesliga wurde, wissen inzwischen alle.

In die Europa League
Die neue Saison ist mittlerweile ein paar Spieltage alt. Wir erreichen Guido vor dem Auswärtsmatch gegen Hannover. „Rückblickend war die letzte Saison für uns als Team sehr unbefriedigend. Der zehnte Platz ist nicht unser Anspruch. Heuer wollen wir zumindest in die Europa League.“ Persönlich will Burgstaller „vor allem gesund bleiben. Das ist das wichtigste.“ Zu Saisonbeginn gab es da bereits einen kleinen Schock. Die Fußverletzung stellte sich jedoch als nicht so gravierend heraus wie zunächst angenommen.

Liebe und Melisse
Für Burgstaller ist die heurige Saison die erste als Ehemann. Im Sommer ehelichte er seine langjährige Freundin Stefanie, eine gebürtige Steirerin. „Ich bin froh, dass wir geheiratet haben. Wir sind sehr glücklich.“ Auch im knapp 900 Kilometer entfernten Gelsenkirchen, der Heimat von Schalke, reißt sein starker Bezug zur Heimat nie ab. Unter anderem wegen dem mittlerweile viel zitierten Melissensaft seiner Mutter. „Aktuell hab ich noch genügend vorrätig“, erzählt uns Burgstaller in einem charmanten Mix aus Hochdeutsch und Kärntner Dialekt. „Während der Saison werde ich von meinen Eltern, meinem Bruder und meinem Cousin mit neuen Lieferungen versorgt.“ Auch Selchspeck, Erdbeermarmelade und Brot findet dem Vernehmen nach regelmäßig den Weg von Gmünd bis ins Ruhrgebiet.

„Immer am Limit“
Spulen wir die Zeit zurück. Ob es einen Moment gab, an dem Jung-Guido merkte, dass er besser war als seine Altersgenossen? „Nein, überhaupt nicht. Ich habe immer am Limit gearbeitet und mich Schritt für Schritt weiterentwickelt.“ Wichtige Wegbegleiter auf seinem Weg zum Fußballprofi waren „Walter Schoppitsch, Manfred Mertel und Nenad Bjelica.“

Kärntner Heimat
Während der Saison sind die Aufenthalte von Guido Burgstaller in Kärnten rar gesät. „Eigentlich habe ich dafür nur im Sommer und Winter Zeit. Oder aber wenn ich auf dem Weg zum Nationalteam bin.“ Im Sommer hält sich der Stürmer gerne am Wörthersee auf. „Entspannen kann ich mich aber auch am Faaker See oder Millstätter See.“ Rund ums Wandern zieht es den 28-jährigen vor allem in die Nockberge.

Videobeweis „gut“
Wie Burgstaller den heiß diskutierten Videobeweis im Fußball sieht? „Ich finde ihn gut.“ Schmunzelnder Nachsatz: „Wenn es funktioniert.“ (Zu Saisonbeginn gab es einige technische Probleme, Anm.) Burgstaller weiter: „Die Schiedsrichter machen einen guten Job, da gibt es überhaupt keinen Vorwurf. Fußball ist allerdings so schnell, da kann man nicht alles sehen und dann geht es, in Verbindung mit den Platzierungen, auch um viel Geld.“

Tipps für Junge
„Freude und Ehrgeiz. Für mich hat es nichts anderes gegeben als Fußball, jeden Tag zum Training zu gehen. Der Rest kommt von alleine.“

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