Bürgerrat aus 15 Personen aus allen Schichten wird neues Hallenbad mitgestalten. Wasserflächen sollen verdoppelt werden; 50-Meter-Sportbecken kommt fix. 

Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle kommt gerade von einer Besprechung mit der Expertengruppe namens „Nukleus“. Diese Gruppe hat den Fahrplan und die Schwerpunkte für das nächste Jahr festgelegt. Immerhin soll 2023 ein neues Hallenbad in Klagenfurt stehen. Stainer-Hämmerle und ihre Firma Impact hat letztes Jahr die Ausschreibung für die Konzeption und Begleitung eine Bürgerbeteiligungsmodells gewonnen. Ein fixer Bestandteil auf dem Weg in die Zukunft beim Planungsprozess für das Hallenbad ist nämlich ein sogenannter Bürgerrat. „Der Bürgerrat wird aus etwa 15 Personen aus allen Stadtteilen und allen Altersgruppen bestehen. Dieser Bürgerrat wird nach dem Zufallsprinzip ausgewählt“, erklärt Stainer-Hämmerle. Nach den Osterferien werden die 15 „Auserwählten“ bestimmt. „Bei der Auswahl ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht einer Interessensgruppe zugehören. Wer das Los gezogen hat, kann dann mitgestalten. Eine Bewerbung ist nicht möglich“, sagt Stainer-Hämmerle.

Umstrittenes Erfolgsmodell
In Villach hat Stainer-Hämmerle 2017 einen Bürgerbeteiligungsprozess zum Thema „Neugestaltung Innenstadt“ durchgeführt. Seit zehn Jahren ist es in Vorarlberg Usus, Bürger direkt bei der Planung einzubeziehen. Kritiker bemängeln an diesem Modell, dass es Menschen, die Einsprüche haben, den Wind aus den Segeln nimmt – Kritikern zu wenig Raum lässt.

Klagenfurter Hausverstand
Der KLAGENFURTER hat vorab selbst eine repräsentative Bürgerin ausgewählt und sie befragt, was für sie bei einem Hallenbad wichtig sei. „Bei der Planung des Kinderbereiches muss darauf geachtet werden, dass dieser gut einsehbar ist und viele Liegeflächen hat. Weiters finde ich, dass es wichtig ist, dass wenn die Kinder einen Schwimmkurs machen, die Eltern zur gleichen Zeit einen Kurs für sich wahrnehmen können. Die Zeit von Eltern ist einfach knapp. Da muss man seine Freizeit effizient gestalten, dass man auch einmal Durchatmen kann“, sagt Sandra Schmucker. Die 35-jährige Angestellte ist Alleinerzieherin und stolze Mutter des achtjährigen Moritz, der sich für das neue Hallenbad „ein Sprudelbecken“ wünscht.

Pläne deuten auf Wachstum
„Techniker haben uns bestätigt, dass das derzeitige Hallenbad bis 2023 funktionieren sollte. Die Bevölkerung muss einen nahtlosen Umstieg vom alten ins neue Hallenbad bekommen“, sagt Stadtwerke-Vorstand Sabrina Schütz-Oberländer. Seitens der Stadtwerke und der Stadtpolitik gibt es bezüglich des Standortes keine Präferenzen. Bis jetzt ist beschlossen, die Wasserfläche, die derzeit etwa 1.000 Quadratmeter beträgt, auf bis zu 2.200 Quadratmeter Wasserfläche zu steigern. Die Fläche des überbauten Raumes soll von 4.800 auf etwa 8.000 Quadratmeter wachsen. Preislich soll „eine Balance geschaffen werden. Auf alle Fälle soll das neue Bad leistbar sein“, so Schütz-Oberländer. „Das Alleinstellungsmerkmal wird ein 50-Meter-Becken sein. Das neue Bad wird mit einem attraktiven Familienbereich und mit Wellnessangeboten ausgestattet sein. Auf alle Fälle wird es keine Therme werden“, sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz.

Foto oben: Sandra Schmucker und Sohn Moritz (8) wünschen sich für das neue Bad viele Liegeflächen und einen einsehbaren sowie sprudligen Kinderbereich

© Sissi Furgler/Mediendienst.com

Letzts Jahr hat Kathrin Stainer-Hämmerle eine Bürgerbefragung in Villach durchgeführt