Anfang Juli beginnen die Neugestaltungsarbeiten am Hohen Platz. Bis Mitte September ist die Durchfahrt nicht möglich. Ansässige Unternehmer und die Stadtgemeinde kommen zu Wort. „Zukunftsfest“ am 29. Juni.

Jetzt wird’s ernst: Ab Juli wird der Hohe Platz in eine Begegnungszone umgestaltet. Das Stadtmarketing, die Werbegemeinschaft Wolfsberg, die Beratungsfirma Scan und die ansässigen Unternehmer arbeiten zusammen, um die Zeit während bzw. nach des Umbaus zu meistern. „Uns ist klar, dass es die Geschäftsleute während der Bauzeit nicht leicht haben werden“, sagt Bgm. Hans-Peter Schlagholz. Darum sind eine Reihe baustellenbegleitender Aktivitäten geplant. Diese schließen etwa die Verlängerung der Öffnungszeiten an Freitagen und die Organisation von Kindererlebnistagen mit ein. Auch die Integration von Kunst und Kultur in die Baustelle steht im Raum. Zudem wird es ein eigenes Maskottchen geben. Schlagholz: „Es geht darum, das Projekt positiv zu besetzen. Ich bin überzeugt, dass am Ende auch die heutigen Skeptiker von diesem Projekt profitieren werden.“

Betreten erwünscht
Auch Gertraud Waschier, Mitglied der Werbegemeinschaft und Geschäftsführerin bei Juwelier Waschier, stößt ins selbe Horn: „Wir sind gerade dabei ein aktives und attraktives Baustellenmarketing zu erstellen. Wir werden alles tun, damit die Kunden so angenehm wie möglich einkaufen können. Mit Informationsschildern, Transparenten am Bauzaun und Gutscheinen wird attraktiv veranschaulicht, was gerade in unserer Altstadt passiert und welche Angebote es gibt. Nur mit aktivem positivem Umgang werden wir die Baustellenzeit einigermaßen gut überstehen. Betreten der Baustelle erwünscht!“

Zukunftsfest
Obwohl der Tenor unter den Geschäfsleuten verhalten optimistisch ist, gibt es noch genügend Skeptiker. Einer davon ist Nico Grilz, Monte Lupo- und Sixties-Wirt: „Ich rechne aufgrund der Verkehrssperre und des Wegfalls des Straßenfestes in der Johann-Offner-Straße mit einem Umsatzrückgang im fünfstelligen Bereich. Generell halte ich es für positiv, dass etwas zur Attraktivierung getan wird, aber zumindest das Stadtfest hätte man noch vor Baubeginn im Juni durchführen können.“ Doch das wäre laut Bgm. Schlagholz nicht möglich gewesen: „Die Kelag benötigt für die Trafoverlegung und die neue Starkstromverbindung über den Hohen Platz bis zur Musikschule eineinhalb Monate. Erst danach beginnen die eigentlichen Neugestaltungsarbeiten.“ Am 29. Juni wird in Teilen der Stadt, die nicht direkt von der Baustelle betroffen sind, allerdings ein „Zukunftsfest“ mit Livemusik und Abendshopping über die Bühne gehen.

Mieterzuschüsse im Gespräch
Für Fotograf Georg Gutschi ist das Firmenhaus an der Schlossbrücke seit der Kindheit wie ein zweites Zuhause: „Daher finde ich es schön, dass man die Altstadt wieder attraktiv machen will. Ich sehe aufgrund der langen Bauzeiten und der Reduktion der Parkmöglichkeiten aber keine guten Zukunftsperspektiven für meinen Betrieb.“ Erst vor wenigen Wochen eröffnet wurde das Geschäft von Christian Klary alias „ChiliFraunz“ in der Johann-Offner-Straße. „Ich pflege eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Doch das fast dreimonatige Durchfahrtsverbot stellt mich vor Schwierigkeiten, von denen man als Jungunternehmer ohnehin schon genug hat.“ Aktuell berät die baubegleitende Arbeitsgruppe über mögliche Mietbeihilfen für betroffene Unternehmer. Von Entschädigungszahlungen will Bgm. Schlagholz nichts wissen: „Wir schaden ja niemanden, sondern investieren 1,2 Millionen Euro in Attraktivierungsmaßnahmen, die in anderen Städten Erfolg gebracht haben und auch in Wolfsberg funktionieren werden.“

Ruft zu positiver Haltung auf: Gertraud Waschier (Juwelier Waschier)

Sorgt sich um die Zukunft seines Unternehmens: Fotograf Georg Gutschi

Macht aus seiner Skepsis keinen Hehl: Gastronom Nico Grill

Kämpft als Jungunternehmer ohnehin schon mit Schwierigkeiten: „Chilifraunz“ Christian Klary

© balloon (großes Bild), © Furgler, © Fotografie Gutschi, © KRM (2)