Eigentlich ist die Stute Monja ein ganz normales Pferd – es geht im Schritt, trabt und gallopiert mit seiner Besitzerin Verena Stückler. Was man am ersten Blick aber nicht sieht: Monja ist vollkommen blind.

Der Schock war bei Verena Stückler groß: „Meine Freundin rief mich an und sagte mir, dass mein Pferd ständig gegen den den Stromzaun lief.“ Die ungarische Halbblutstute war über Nacht vollkommen erblindet! „Erst vermutete ich einen Gehirntumor, aber das bestätigte sich glücklicherweise nicht. Heute glaube ich, dass ein Schlaganfall die Erblindung ausgelöst hat“, sagt die 27-jährige Reitpädagogin. „Viele rieten mir, Monja einschläfern zu lassen, weil man mit einem blinden Pferd nichts mehr anfangen könnte. Und mit 22 Jahren ist Monja ja auch nicht mehr die jüngste.“

Alles ist möglich
Aufgeben kam für Verena aber nicht in Frage. Sie setzte sich wieder in den Sattel und stellte mit Erstaunen fest: Reiten geht ohne Probleme! „Es war für uns beide natürlich eine kleine Umstellung. Ich bin vom englischen Reitstil auf Westernreiten umgestiegen, weil man dabei mehr Wert auf Gewichtsverlagerung und Stimme legen kann“, so Verena. Um nicht mit Hindernissen zu kollidieren, ist die Voraussicht der Reiterin und das unbedingte Vertrauen des Pferdes gefragt. Unebenheiten in der Bodenstruktur ertastet Monja mit den Vorderhufen. Beinahe täglich reiten Verena und Monja durch die Natur. Selbst lange Ausritte sind für das eingespielte Duo locker möglich.

Reitpädagogik
Seit über einem Jahr hat Monja im Reitstall von Gut Neudau ein neues Zuhause gefunden. Hier wird sie für Reitpädagogik-Einheiten mit Kindern eingesetzt, wofür sie sich wegen ihres ruhigen Wesens bestens eignet. „Ich möchte mich bei meiner Familie, meinem Partner, meinen Freunden und dem Team von Gut Neudau danke, die mir immer mit Rat und Tat beiseite standen“, sagt Verena abschließend.

Unschlagbares Duo – Verena und Stute Sonja

© KK (großes Bild), © KRM