Der KLAGENFURTER beantwortet u. a. folgende Fragen: Woran wird an den Tunnel in der Nordumfahrung gearbeitet und welches Material wird zutage befördert?

Was dauert denn da so lange? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich ein Großteil der Autofahrer, der sich derzeit auf der Nordumfahrung auf der A2 in Klagenfurt befindet. Die Frage ist relativ einfach beantwortet: Der Falkenberg- und der Ehrentalbergtunnel sowie die Unterflurtrasse Lendorf werden für den Notfall der Notfälle – ein Tunnelunglück – auf den neuesten Stand gebracht. Gearbeitet wird 24 Stunden am Tag – zu je 12-Stunden-Schichten. 15 Millionen Euro werden für den Sicherheitsausbau in die Hand genommen. Die Asfinag hat 2017 den Fokus auf den Sicherheitsausbau gelegt. In Summe werden dafür 75 Millionen Euro in das Kärntner Autobahnnetz investiert.

Rettungskette verkürzen
Der KLAGENFURTER begibt sich mit Projektleiter Anton Bischof und Patricia Drescher von der Asfinag und Bauleiter Walter Gruber von CCE ZT auf eine exklusive und nicht ungefährliche Baustellenbesichtigung. Im Tunnel ist es stickig, warm, staubig aber zugleich feucht und vor allem laut. Mit schwerem Gerät rücken jeweils 50 Mann pro Baustelle an, um die Arbeiten durchzuführen. Eine der Hauptaufgaben ist es, neue Fluchtwege, sogenannte Querschläge, zu errichten. Zwölf neue Querschläge werden insgesamt errichtet. Diese ermöglichen z.B. bei Unfällen den betroffenen Verkehrsteilnehmern einen noch schnelleren Wechsel in die andere Tunnelröhre. Rettungskräften ermöglichen Querschläge kürzere Rettungswege. Vor drei Jahren wurde, in Abstimmung mit der Bundesfeuerwehr, beschlossen, dass die Abstände der Querschläge von 500 Meter auf 350 Meter verringert wird.

Explosive Arbeiten
Mit einem tonnenschweren Bohrgerät werden für einen Querschlag Löcher für das Dynamit in das Gestein gebohrt. Im Ehrentalbergtunnel stoßen die Arbeiter beim Bohren auf Schiefer. Es ist so laut, dass man schreien muss, um sich zu verständigen. Zwischen vier und fünf Abschlägen schafft der Arbeiter mit mehr als einem Meter pro Abschlag an einem Tag. Der längste Querschlag befindet sich Falkenbergtunnel und hat eine Länge von 42,36 Metern. Die restlichen Querschläge sind etwas mehr als 20 Meter lang. Bei einem weiteren Durchschlag sind die Sprengarbeiten und somit die erste Bauphase abgeschlossen. Jetzt werden die begehbaren Querschläge mit Stützpfosten und Beton sicher gemacht. Nächstes Jahr im Frühjahr wird die Wand des Querschlages durchbrochen. Dann ist die Tunnelröhre, die in Richtung Italien führt, gesperrt. Der „Bergmännische Vortrieb“, so bezeichnet der Fachmann die Tunnelarbeiten, ist die größten Herausforderungen auf dieser Baustelle. „Was passiert bei den Sprengungen? Stoßen wir auf Wasser? Wird die Tunnelwand halten? Diese Fragen gilt es hier zu beachten.

Lendorf ist anders
In der Unterflurtrasse in Lendorf kann man über vier Stiegenhäuser im Falle des Notfalles aus dem Tunnel fliehen. Über ein einstöckiges Stiegenhaus erreicht man das Tageslicht. Eine Zufahrt wird errichtet, sodass Feuerwehr und Rettung schnell und unkompliziert zufahren können. Bei der Unterflurtrasse Lendorf wurde auf die Variante mit den Querschlägen verzichtet. „Diese befindet sich nämlich im Grundwasser. Die Trennwand muss sich wegen des Grundwassers heben und senken können. Hier haben wir zwei getrennte Bauwerke“, erklärt Gruber.

 

Matthias Niederbichler und Rafael Rottenmanner (hinten) von Swietelsky sichern den Querschlag im Falkenberg-Tunnel

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Projektleiter Anton Bischof: „Der Baufortschritt geht ohne gröbere Verzögerungen voran“

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