Naturschützer sind begeistert – St. Veiter Landwirte und Ziviltechniker für Hochwasserschutz sehen sich vor einer neuen Herausforderung. Vor allem bei Glandorf und beim Radweg von St. Veit in Richtung Liebenfels fühlt sich der Biber an der Glan wohl. Unerwünschte Biberbauten und -dämme werden mit Genehmigung abgetragen oder mit Beton und grobem Schotter zugeschüttet.

Von Klagenfurt bis nach Feldkirchen kann man an der Glan fast überall den Biber mittels Verbissspuren nachweisen, dem sogenannten Biberfraß. „Hauptsächlich trifft man auf das Tier bzw. auf die Bauten und Dämme beim Radweg nach Liebenfels und bei Glandorf. Hier konnten wir in den letzten Jahren die Wiederansiedlung beobachten“, so Dipl-Ing. Erich Eibensteiner, St. Veiter Ziviltechniker unter anderem auch für Hochwasserschutz.

Bis zu 190 Biber in Kärnten.
Biber besitzen Reviere, welche durch Bibergeil markiert werden. „Die Reviergröße richtet sich nach dem vorhandenen Nahrungsangebot im Winter, das ist Weichholz wie Weiden, Pappeln, etc., wodurch die Reviergrößen variieren können. Von einem bis zu sieben Kilometern Flusslauf werden so in Besitz gebracht“, so Roman Kirnbauer vom Land Kärnten Abteilung Naturschutz. „Im Jahr 2014 wurde ein Monitoring über die Biberverbreitung in Kärnten durchgeführt. Hierbei wurden für Kärnten 160-190 Biber ermittelt. Wie viele Biber an der Glan leben, kann ich ohne eine Erhebung nicht seriös abschätzen, hierzu müsste eine Kartierung durchgeführt werden.“

Einige Bedenken.
Aber mit der Biberrückkehr gibt es nicht nur Freude auf allen Seiten. Das Augebiet in Richtung Liebenfels wurde mit Entwässerungsanlagen ausgestattet. „Das Tier baut nun gerne seine Dämme und Bauten mit Hölzern auf diese Entwässerungsgräben. Das ist ein großes Problem für die örtlichen Landwirte“, so Eibensteiner. „Eine weitere Thematik hatten wir auch in Glandorf. Dort hatte ein Biber seinen Bau direkt unter eine Hochwasserschutzmauer gegraben und die Mauer drohte instabil zu werden. Das Loch hat ungefähr einen Meter Durchmesser.“

Bauten zuschütten bzw. abtragen.
„Eine Umsiedlung des Bibers funktioniert leider nicht! Der Biberbau kann nicht verlegt, sondern nur abgetragen oder zugeschüttet werden. Die Abtragung findet mit einem Kran statt. Hierbei wird das ganze Geäst des Baues oder Dammes entfernt. Die Biberbauten können auch mit Beton oder grobem Schotter zugeschüttet werden. Allerdings nur, wenn man eine Genehmigung dafür besitzt“, so Kirnbauer. „Danach sucht der Biber sich eine neue Bleibe und baut anderenorts einen neuen Bau.“ Uferböschungen müssten mit einem Gitter wie einer Baustahlmatte unterlegt werden, um das Untergraben durch den Biber zu verhindern.

Übrigens:
Mönche haben damals den Biber, da er am Wasser lebt, zur Kategorie der Fische gezählt und diesen deshalb in der Fastenzeit verzehrt. Dies war auch ein Grund, warum der Biber lange Zeit bei uns nicht lebte.

Der Biberbau in Glandorf gefährdete die Hochwasserschutzwand

Die ungefähre Verbreitung des Bibers kärntenweit

Ein Biberfraß entlang des Radwegs Richtung Liebenfels

Roman Kirnbauer – Land Kärnten Abteilung Naturschutz

Hauptfoto © dfikar/stock.adobe.com; Fotos Biberbau und Biberfraß © Eibensteiner; Statistik und Portrait © Kirnbauer