Ortsstellenleiter Marko Schulnig über Neuigkeiten bei der Bergrettung St. Andrä-Lavanttal: Das Einsatzleiterteam wird verstärkt, neue Mitglieder übernehmen Funktionen und ein Bergrettungshund befindet sich in Ausbildung.

Sie begeben sich für ihre Mitmenschen regelmäßig in Lebensgefahr: Die 35 aktiven Bergretter im Lavanttal werden immer dann alarmiert, wenn im unwirtlichen Gelände Not am Mann ist – Unfälle in steilen Lagen, Personensuche, Paragleiter-Bergungen sowie Forstunfälle in Berg und Tal. Während der Winter- und neuerdings auch der Sommersaison stellt man an fixen Tagen mindestens zwei Bergretter, um verletzte Personen zu bergen und zu versorgen. Abgesehen von beinahe täglichen Einsätzen im Skigebiet wird die Bergrettung Lavanttal pro Jahr im Schnitt zu etwa 40 Einsätzen gerufen. Am häufigsten kommen Suchaktionen vor, wenn sich Menschen beim Wandern oder bei Skitouren verirren.

Erneuerungsprozess
Vor drei Jahren übernahm Marko Schulnig mit einem neuen Vorstandsteam die Leitung der Ortsstelle in Eitweg. Seitdem hat sich die Situation der Bergrettung im Lavanttal stetig verbessert. Nachdem anfangs verstärkt in Material, Kfz und Ausrüstung investiert wurde, steht nun vor allem der personelle Aspekt im Vordergrund: „Nicht zuletzt aufgrund der medialen Präsenz und den hohen Einsatzzahlen ist der Zulauf an neuen Mitgliedern aktuell sehr hoch“, freut sich Schulnig.

Neubesetzungen
Um den neuen Mitgliedern mehr Verantwortung zu übergeben und die Dynamik innerhalb der Gruppe aufrecht zu erhalten, stehen nun personelle Veränderungen an. Das bestehende Kernteam mit Ortstellenleiter-Stv. Gottfried Gritsch, Einsatzleiter Manfred Ozwirk und IT-Beauftragtem Gerald Kottnig wird seine Fähigkeiten in Zukunft verstärkt dem Einsatzleiterteam zur Verfügung stellen. An die Stelle des Ortstellenleiter-Stv. rückt Markus Vormaier, der gleichzeitig als Ausbildungsleiter fungieren wird. Der aktuelle Materialwart Jürgen Groß gibt sein Amt an Christian Zarfl weiter und der bisherige IT-Beauftragte Gerald Kottnig wird von Bernd Grassler ersetzt. Hauptverantwortlich für die Einsatzleiter wird Jürgen Groß sein. „Es geht darum, Stagnation zu vermeiden und die Verjüngung der Ortsstelle anzustreben“, erklärt Schulnig. „Wir möchten, dass die jungen Mitglieder voll in die Prozesse der Bergrettung eingebunden sind. Der noch bis Februar aktive Vorstand hat größtes Vertrauen in den Nachwuchs und steht ihm jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.“ Zudem wird bestehende sechsköpfige Einsatzleiterteam um weitere sechs Personen aufgestockt.

Tierische Unterstützung
Seit langem steht aktuell wieder ein Bergrettungshund in Ausbildung. Die erst 17 Wochen alte Arya ist eine Mischung aus den Rassen Deutscher Wachtelhund und Kleiner Münsterländer und schon jetzt bei Suchaktionen der Bergrettung Lavanttal mit dabei. Ihr stark ausgeprägter Geruchssinn wird in Zukunft vielleicht Leben retten.

Stetige Verbesserung
Das große Ziel lautet, die Arbeit der Bergrettung im Lavanttal noch sicherer, schneller und effizienter zu machen. Zu diesem Zweck stellt das Einsatzleiterteam standardisierte Leitfäden für alle möglichen Einsatzfälle zusammen. Im Rahmen von regelmäßigen Übungen wird die Mannschaft trainiert, um Fehlerquellen zu vermeiden. „Wir möchten unser Level immer weiter erhöhen“, so Schulnig. Die Tätigkeit ist anspruchsvoll: Allein die Ausbildung zum Bergretter dauert fünf Jahre! Voraussetzung, um die Ausbildung überhaupt starten zu dürfen, ist die Erlangung des dritten Schwierigkeitsgrades im Alpinklettern und Tourenski fahren.

Arya wird die Bergrettung schon bald als vollwertiger Suchhund unterstützen

Ein Wanderer hat sich im Bereich des Fluderwanderweges schwer verletzt und wird aus dem eisigen und steilen Gelände geborgen

Eine verletzte Person im Klettergarten Eitweg wird so schonend wir möglich versorgt

© KK (3) © KRM (Hundefoto)