Alles nur Show? Von wegen! Landwirt Christian aus Vordernöring verschaute sich bei der ATV-Sendung „Bauer sucht Frau“ unsterblich in die Steirerin Anna. Jetzt bieten die beiden Urlaube im top hergerichteten „Lerchnerhof“ an.

Das Schicksal hat sie zusammengeführt: Ja, natürlich. Landwirt Christian und seine Anna. Aber auch Christians Treffen mit dem bekannten Restaurator Ernst Thaler aus Trebesing war wohl von höherer Macht gesteuert. Thaler spielte bei der Rundumerneuerung am Lerchnerhof nämlich eine entscheidende Rolle. Doch der Reihe nach.

Der Anfang
Christian Dullnig betreibt in der Vordernöring eine Landwirtschaft. Nebenan wohnte jahrzehn- telang eine Nachbarin. Christian zum SPITTALER: „Ich blieb oft bei ihr stehen, sie erzählte mir immer alte Geschichten.“ So kam es, dass die Frau ihren über alles geliebten Hof im Testament Christian Dullnig anvertraute. Das war vor mittlerweile neun Jahren. Doch was tun mit einem offenkundig baufälligen Gehöft, dessen Grundmauern um 1630 datieren? Christian Dullnig: „Ich hab‘ einige Kaufanfragen bekommen. Doch ich hab mich immer an die Worte der Dame erinnert: ‚Für meinen Hof nur das Beste.‘ Ich konnte also nicht verkaufen und ganz ehrlich, in meinem Herzen wollte ich es auch nicht.“ Da kam dann Ernst Thaler ins Spiel. Wenn es um den Abriss ei-nes alten Bauernhofes geht, beweist Thaler bereits seit vielen Jahren einen dedektivischen Spürsinn. Er sagt: „Ich versuche immer in die Leute hineinzuhören. Was haben sie vor, was soll mit dem Bauernhof geschehen?“ Was den Restaurator, der in der Region schon zahlreiche ähnliche Projekte revitalisiert hat, weh tut: „Leider verschwinden solche Häuser bei uns in der Gegend oft. Mich stört, dass viele junge Leute glauben, dass man in solchen Bauernhäusern nicht leben kann. Christian war da ein Ausnahmefall…“.

Die Mühen
So machten sich die beiden an die Arbeit. Ernst Thaler hatte die Vision und Christian Dullnig glaubte an eben diese. Der Bauernhof wurde von Grund auf saniert. Selbst der Dachstuhl wurde abgetragen und neu aufgesetzt. Bemerkenswert: Man sieht nicht, dass es ein neuer Dachstuhl ist. Ernst Thaler: „Der Dachstuhl ist auf alt getrimmt. Das Holz samt der Schalung wurde gebrannt.“ Die teils 200 Jahre alten Fichten für den Dachstuhl fällte Christian Dullnig im eigenen Wald. Mit einer mobilen Säge wurden die Stämme am Hof zurechtgeschnitten, danach ein Jahr trocknen gelassen, abgebunden und montiert. Im Erdgeschoß und im ersten Stock wurde das Holz sandgestrahlt, das komplette Innenleben herausgerissen. Der Keller wurde zugeschüttet. Im Erdgeschoß wurden zudem zwei Räume zusammengeführt, hier befinden sich nun Küche, Wohnzimmer und ein Bad. Im Eingangsbereich wurden Wiener Dachziegel verlegt. Im ersten Stock wurden drei Schlafzimmer und ebenso ein Bad realisiert.

Die Freude
Mittlerweile ist der Lerchnerhof bezugsfertig, wird an Urlauber vermietet (www.lerchnerhof. at). Aus einem baufälligen Gehöft wurde ein uriges Baujuwel am Berg, das alle Stückerln spielt. Doch ganz fertig ist das Projekt noch nicht, denn: Der Dachboden soll noch ausgebaut werden. Dort will Christian Dullnig dann mit seiner Anna Frager leben. Anna kommt ja gebürtig aus Graz-Umgebung, doch nicht nur der fleißige Landwirt, sondern auch die Vordernöring hat es ihr angetan. Gemeinsam wollen sie ihren Bergtraum hier nun verwirklichen. Einer Fernsehsendung sei Dank.

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