Mit 18 Jahren trat er in den Benediktinerorden ein, heute ist Marian Kollmann Dekan des Stiftes St. Paul, Vikar zweier Pfarren und Religionslehrer. Besonders die Jugend liegt ihm am Herzen.

Eine Fernsehsendung veränderte das Leben eines jungen Klagenfurters für immer: Als der Hauptdarsteller der Serie „Alle meine Töchter“ einige Tage in einem Kloster verbrachte, wunderte sich der damals 15-jährige Gärtnerlehrling Marian Kollmann über die dort herumlaufenden Gestalten in mystischen Gewändern. Wenige Tage fragte er einer Ordensschwester der Ursulinen während einer Busfahrt Löcher in den Bauch. „Die schon etwas betagtere Dame war sichtlich überfordert, lud mich jedoch ins Kloster am Heiligengeistplatz ein“, erinnert sich der heute 35-Jährige. Die Besuche wurden häufiger, Marian begann zu ministrieren – und traf eine Entscheidung: „Ich schrieb verschiedene Klöster an und bat um Infos“, so Kollmann. Dem persönlichen Besuch von Pater Siegfried Stattmann war es zu verdanken, dass Marian mit 18 Jahren als Novize in das Stift St. Paul eintrat.

On- und Offline
Nach Abschluss des Theologiestudiums in Graz wurde Marian 2016 zum Diakon und 2017 zum Priester geweiht. Heute ist er als Dekan des Stiftes St. Paul der Stellvertreter von Administrator Maximilian Krenn. In den Pfarren St. Paul und St. Georgen ist Marian als Vikar – also quasi als Aushilfspriester – tätig. Einen besonderen Draht hat Marian aber zur Jugend, mit der er als Professor im Stiftsgymnasium St. Paul und als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Katholischen Jugend in Verbindung steht. Über die Facebookseiten „Konvent der Benediktiner“ und „Stiftspfarre St. Paul“ als auch über Whatsapp bleibt er mit der Jugend virtuell in Kontakt. Im „echten Leben“ ist Marian bei zahlreichen Projekten der Katholischen Jugend mit dabei. „Die Jugend ist die Zukunft der Gesellschaft und der Kirche. Nimmt man sich ihrer nicht an, verliert man alles“, erklärt er seine Motivation.

Jugend und Religion
Eine Ablehnung von Religion erkennt Marian bei der Jugend nicht. Im Gegenteil: „Die Jugendlichen, mit denen ich arbeite, haben durchaus Interesse und einen Sinn für Religiöses. Diese Generation lebt nicht mehr in absoluter Bindung zur Kirche. Das ist aber auch ein Vorteil, weil die Jugendlichen vorurteilsfrei an das Thema herangehen.“ Fragen an den jungen Benediktiner bleiben dabei nicht aus. Die Häufigste: „Wie ist das so ohne Frau?“ Die Antwort bleibt Marian nicht schuldig: „Es ist nicht immer leicht, aber zum Aushalten.“

Beim Pflanzen einer Kräuterspirale beim katholischen Jugendzentrum Avalon in Wolfsberg

Auch in die Gottesdienste bringt Marian Kollmann frischen Wind

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