Die gebürtige Klagenfurterin Mercedes Springer (am Bild in der Mitte) und zwei Grazerinnen wollen mit „Pilzkiste“ nachhaltig durchstarten.

Nachhaltigkeit – zweifelsohne einer der am meisten strapaziertesten Begriffe des letzten Jahrzehnts. Das Crowdfunding-Projekt „Pilzkiste“ scheint, im Gegensatz zu anderen Projekten, wirklich nachhaltig zu sein. Jasmin Kabir, Nina Bercko und die gebürtige Klagenfurterin Mercedes Springer haben Anfang September ihre Crowdfunding-Kampagne namens „Pilzkiste“ auf der Plattform „Startnext“ unter www.startnext.com/pilzkiste gestartet.

Wertvoller Müll
Ihr Ziel: die Errichtung einer Austernpilzfarm mitten in Graz. Wie soll das funktionieren? In Kaffeebohnen stecken jede Menge Nährstoffe. 99 Prozent davon bleiben im Kaffeesatz. „In Graz landen etwa rund sechs Tonnen Kaffeesatz – und damit eine wertvolle Ressource – auf dem Müll“, erklärt Mercedes Springer. Der Nachhaltigkeits- und Umweltgedanke ist ein zentraler Punkt bei Pilzkiste.

Nach acht Wochen erntereif
Genau das macht sich die „Pilzkiste“ zunutze: Der Kaffeesatz wird von Grazer Kaffeehäusern, Restaurants und Hotels abgeholt und bildet den wesentlichen Teil des Substrats für die Aufzucht der Pilze. Ein weiterer Bestandteil sind die so genannten Kaffeehäutchen, die bei der Röstung der Bohnen abfallen und bislang ebenfalls im Müll landeten. Etwas Kalk und Pilzmyzel sind die restlichen Zutaten für das fertige Pilzsubstrat, aus dem bereits nach acht Wochen die ersten Pilze geerntet werden können. „So können wir einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und mitten im urbanen Raum mit dem Austernpilz ein Produkt anbauen, das auch noch hervorragend schmeckt“, erklären die drei Gründerinnen der „Pilzkiste“. Zuletzt schließt sich der Kreislauf: Das Altsubstrat wird als Dünger der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt.

Schmackhaft
Fleischkonsum ist ja bekanntermaßen alles andere als ressourcenschonend. „Austernpilze werden auch als Kalbfleisch des Waldes bezeichnet. Als Schnitzel gebraten sind sie ein wohlschmeckender Eiweißlieferant, der kaum Kohlenhydrate hat und voller wertvoller Aminosäuren steckt“, weiß Springer. Als Ziel für das Crowdfunding haben sich die drei Jungunternehmerinnen ein Investitionsvolumen von 30.000 Euro gesteckt. Bei einem Erfolg soll noch in diesem Jahr mit der Produktion der Austernpilze begonnen werden. Auch die Kärntner Gastronomie soll mit Austernpilzen beliefert werden.

© Pilzkiste/Peter Gries