Armut ist ein Problem, welches in unserer Gesellschaft oftmals totgeschwiegen wird, dabei kann es jeden treffen. Vor allem in der Weihnachtszeit ist das Thema besonders dringlich.

Auch in Spittal gibt es immer mehr Menschen, die direkt oder indirekt von Armut betroffen sind.

Armut auf dem Vormarsch
Die Zahl der hilfesuchenden Personen im Bezirk steigt stetig an. Das merkt man auch bei der Sozialberatung der Caritas, welche seit zwei Jahren in Spittal aktiv ist. „Psychische und finanzielle Probleme stehen oftmals in einer Wechselwirkung“, weiß Andrea Arztmann-Schnitzer, Beratungsstellenleitung der Lebensberatung Spittal. Vor allem zur Weihnachtszeit ist die Situation besonders schlimm, erklärt Arztmann- Schnitzer: „Es gibt durchaus Beispiele, wo sich Menschen weder ein Weihnachtsessen noch Weihnachtsgeschenke leisten können.“

Scham oft groß
Vor allem ist die Scham, als arm zu gelten und daher um Hilfe zu bitten, oftmals noch sehr hoch. „Wahrscheinlich ist die Dunkelziffer der tatsächlich armutsgefährdeten Personen im Bezirk noch um einiges höher, da sich viele schämen, um Hilfe zu bitten, aus Angst davor, was das Umfeld oder die Nachbarn sagen“, bestätigt Arztmann-Schnitzer.

Viele Personen gefährdet
Konkret von Armut betroffen sind nicht nur die oftmals genannten Alleinerzieherinnen und Mindestsicherungs- bzw. Pensionsbezieher, auch immer mehr Familien sind gefährdet. „Das Schicksal von Familien gerät medial oftmals ins Hintertreffen, dabei sind auch sie häufig armutsgefährdet“, meint Ulrike Milachowski von der Pfarrcaritas Spittal. Wenn der Mann ein normaler Arbeiter mit 1.400 Euro netto ist und die Frau sich um die Kindererziehung kümmert, wird es mit dem Geld oft knapp. Miete, Auto, Versicherungen und Lebensmittel verschlingen einen Großteil des Budgets. Wenn dann ein außergewöhnliches Ereignis wie ein Schadensfall oder ein Schulausflug auftritt, wird es schnell knapp. Da man aber mit dem Familieneinkommen über einer gewissen Grenze liegt, gibt es für diese Fälle keine finanzielle Hilfe. „Zu uns kommen immer mehr Leute, Verdienst und Mietkosten stehen zunehmend in einem Missverhältnis“, berichtet Ulrike Milachowski.

Hilfe für Bedürftige
Seitens der Caritas Beratungsstelle wird jeden Mittwoch zwischen 8-12 Uhr von einer Sozialberaterin vor Ort beraten, außerdem ist die Beratungsstelle jeweils dienstags und donnerstags von 9-11 Uhr telefonisch oder persönlich erreichbar. Bei der Pfarrcaritas gibt es ebenfalls konkrete Hilfeleistungen. „Wir helfen den Menschen individuell, je nachdem, wo die Not am größten ist“, so Ulrike Milachowski. Konkret reichen die Hilfestellungen von Zuschüssen für den Medikamentenkauf, für Schulausflüge über Essensgutscheine bis hin zum eigenen Kleiderladen, wo günstig oder in speziellen Fällen gratis Kleidung erstanden werden kann. Abschließend sollte man insbesondere in der Weihnachtszeit dankbar sein, wenn es einem gutgeht, und an die denken, die nicht so viel Glück haben.