Was ist wahr an „Horror“-Preisen und dem von heimischen Wirten unter Kritik stehenden Vergabe-System für Stände  beim Altstadtzauber? Der KLAGENFURTER hat bei Sommeramtsmann und Stadtrichter Stefan Lindner nachgefragt. 

„Das Vergabe-System bei den Ständen für Gastronom beim Altstadtzauber ist nicht transparent.“ „Auswärtige werden bevorzugt.“ – so lauten die Vorwürfen von heimischen Gastronomen gegenüber den Stadtrichtern, den Veranstaltern des Altstadtzaubers. Der KLAGENFURTER hat von einem verärgerten Unternehmer zwei Verträge bekommen: In einem Vertrag schließt der Gastronom einen Vertrag mit dem Stadtrichtern Klagenfurt ab. In Punkt Zwei heißt es „Dem Standplatznehmer ist es NICHT gestattet, Teile des Standplatzes an Subunternehmer weiter zu verpachten.“ Wir haben noch einen zweiten Vertrag bekommen: In diesem Vertrag schließt man mit einem Unternehmer aus Reifnitz einen Vertrag für die Miete für einen Stand ab. Etliche heimische Wirte finden diese Vorgehensweise fragwürdig. Von Aufschlägen seitens des Unternehmers aus Reifnitz von „mehreren tausend Euro“ für die begehrten Plätze am Alten Platz ist die Rede. „Der Reifnitzer Unternehmer ist ein Partner von uns. Er hat auch die Koordination der Vergabe der Stände über. Ich habe mir alle Verträge zeigen lassen. Er hat einige Stände über und vermietet diese weiter. Ohne ihm wäre das Fest nicht koordinierbar. Der harte Kern der Stadtrichter besteht aus fünf Männern, die das Fest ehrenamtlich organisieren“, sagt Sommeramtsmann und Stadtrichter Stefan Lindner. 1.000 Euro zahlt man circa für einen Stand mit einer Größe von fünf mal fünf Metern für zwei Tage. Genau kann das Lindner nicht beziffern, da sich die Kosten nach der Attraktivität des Standortes richten.

Arlberger Verhältnisse am Alten Platz
Einen dieser begehrten Plätze am Alten Platz hatte ein niederösterreichischer Gastronom. Auf Plattformen wie Facebook sorgte die Preisgestaltung und die Qualität der Speisen für Unmut. „Dort wurden Burger und Käse zu viel zu hohen Preisen angeboten. Der dachte wohl, dass er am Arlberg ist. Wir haben mit ihm diskutiert. Er war nicht belehrbar. Die Schutzhütte bekommt diesen Stand nächstes Jahr nicht mehr“, sagt Lindner. Die Kritik, dass heimische Gastronomen nicht zum Zug kommen, lässt Lindner nicht gelten. „Von den Gastronomen vor Ort meldet sich kaum jemand. Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, spottet jeder Beschreibung. Einfach ein paar Bratwürste anbieten, reicht da nicht“, sagt Lindner. Von den etwa 50 Ständen sind 20 Stände an Auswärtige vergeben.

Viel Neues fürs nächste Jahr
Neben der Kritik wird es aber für nächstes Jahr viel Neues geben. „Wir appellieren an die Wirte in der Osterwitzgasse. Hier wollen wir wieder eine Kleinbühne aufstellen“, so der Sommeramtsmann. Ein Änderung wird es auch bei der Kinderbühne geben. Lindner: „Die Renngasse platzt aus allen Nähten. Hier gibt es Überlegungen die Kinderbühne auf den Arthur-Lemisch-Platz zu verlegen.“

Im Gespräch: Ausweitung Neuer Platz. 2019 ist für die Stadtrichter ein besonderes Jahr: Hier feiert das beliebte Stadtfest sein 25-Jahr-Jubiläum. Begonnen hat nämlich vor 25 Jahren alles mit dem Fest „Tanz um den Lindwurm“. „Wir sind in Gesprächen mit der Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz, dass wir nächstes Jahr auch den Neuen Platz in den Altstadt-Zauber einbinden. Der Neue Platz ist auch eine Möglichkeit für etliche neue Gastronomen“, sagt Lindner.

Sommeramtsmann Stefan Lindner: „Im Jänner und Feber werden die Stände vergeben. Wir freuen uns über jeden heimischen Wirt, der sich bewirbt“

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In der Osterwitzgasse soll nächstes Jahr wieder eine Bühne aufgestellt werden

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Ob der Neue Platz nächstes Jahr in den Altstadtzauber eingebunden werden soll, wird im September entschieden

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Auf Facebook wurde die Preise, auf die die Stadtrichter keinen Einfluss haben, mancher Gastronomen heftig diskutiert

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