Mit seiner Galerie in Gmünd hat sich Jens Holger August wahrhaftig eine Villa der Kunst geschaffen. Fotografien, Kunstwerke und neuerdings auch Kunst-Container – seine Schaffensfreude kennt keine Grenzen.

Verliebt hat sich der aus Deutschland stammende Porträt- und Modefotograf Jens Holger August in das Maltatal schon vor 31 Jahren. Immer wieder fand er den Weg ins Maltatal um zwischen anstrengenden Fotoproduktionen zur Ruhe kommen zu können. 2014 entschied er sich gemeinsam mit Ehefrau Tatjana schließlich dazu für immer hier zu bleiben – die beiden kauften sich ein Almhaus am Maltaberg. Nicht nur das wunderschöne Maltatal begeisterte den Porträt- und Modefotografen auf Anhieb, auch die Menschen die hier leben und wirken hatten ihren besonderen Reiz – wie wir später noch erfahren werden.

Die Jury-Villa
Einige Jahrzehnte war die Jury-Villa neben der Hauptstraße in der Künstlerstadt Gmünd unbewohnt – sogar verwittert und verwachsen. Die um 1850 erbaute historische Villa, die früher Adeligen als Residenz diente, ging im Jahr 2003 schließlich in den Besitz von Gmünds Bürgermeister Josef Jury über. Bereits früher befand sich die Villa im Besitz der Familie – sie gehörte Peter Jury. Der Bürgermeister suchte lange nach einer sinnvollen Möglichkeit das alte Schmuckstück einer neuen Nutzung zuzuführen und wie es der Zufall so will traf er eines Tag auf Jens August. Schon beim ersten Besichtigungstermin verfiel er dem historischen Objekt vollends. Zugleich wurde dem Fotografen und Künstler aber auch klar, wie viel Arbeit die Renovierung der Villa und der Umbau zur Kunstgalerie mit sich bringen würden. Nichtsdestotrotz stellte er sich gemeinsam mit seiner Frau Tatjana dieser anstrengenden aber gleichermaßen auch inspirierenden Aufgabe.

Galerie August
Im Jänner 2016 begann der Revitalisierungsprozess der alten Villa. Jens August erklärt: „Wir mussten uns den Eingang mit Motorsägen freischaffen, so sehr haben sich die Pflanzen in den vergangenen Jahrzehnten ausgebreitet. Ohne die Unterstützung meiner Frau und vielen freiwilligen Helfern wäre dieses Projekt kaum umsetzbar gewesen.“ Die viele Arbeit hat sich bezahlt gemacht denn aus der leerstehenden Villa wurde eine charmante Kunstgalerie die ihresgleichen sucht. Vier Monate später, im Mai konnte bereits die erste Vernissage gefeiert werden. Wenn man die Galerie August betritt kommt man aus dem schwärmen nicht heraus – die ausgestellte Fotokunst und das erlesene Interieur verschmelzen förmlich ineinander – sind aber doch unterschiedlich. „Passend zu meiner modernen Kunstfotografie wurde die Villa mit edlen Antiquitäten ausgestattet. Hier kam mir die Freundschaft zur Antiquitätenhändlerin Margarethe Miklautz sehr zugute. Sie brachte nicht nur die passenden Stücke sondern auch die notwendige Erfahrung mit,“ erklärt der Fotograf. Damit sich die Besucher vollends wohlfühlen wurde sogar eine kleine Lounge geschaffen. Hier kann man sich wohlfühlen, entspannen, ein wenig verweilen und das gesehene auf sich wirken lassen.

Fotokunst
In der Galerie August werden die zahlreichen Fotoarbeiten von Jens August ausgestellt. Jeder Raum wurde individuell gestaltet und auch mit individuellen Bildern ausgestattet. Egal ob realistisch oder abstrakt – der Besucher wird quasi kurz dem Alltag entrissen um voll und ganz abzutauchen. Neben den Fotografien findet man aber auch Werke des Künstlers und Freund des Hauses, Klaus Frost.

Gesichter des Tales
Aufsehen hat der sympathische Fotograf bereits mit seinem letzten großen Projekt erregt. Für „Gesichter des Tales“ hat er rund 30 Einheimische porträtiert – egal ob Klein, Groß, Künstler, Bergbauer oder Friseurin – alle landeten vor seiner Linse. Ziel des Projektes war es, das Maltatal und die Menschen die hier leben mit allen ihren Facetten zu präsentieren. Die großformatigen Porträts sind bemerkenswert und bereits die erste Ausstellung war ein voller Erfolg.

Kunst-Container
Erst kürzlich stellte Jens seine brandneue Idee der Kunst-Container vor. Jens erzählt: „Die Idee kam mir im vergangenen Sommer auf der Terrasse meiner Galerie bei einem Gespräch mit einer Gruppe Wanderer. Es wäre doch eine Idee die Kunst da auszustellen, wo Menschen sie nicht erst aufspüren müssen, nämlich direkt in der Natur.“ Die Idee der mobilen Kunstcontainer war also geboren und vielleicht könnte sogar ein Kunst-Trail entstehen – eine Art Wandermeile von Container zu Container. Dank der Unterstützung der Firma Maltaholz konnte mit dem Bau des riesigen Holzcontainers im Verborgenen begonnen werden. Am Prototyp mitgearbeitet hat auch die Firma Pichorner. In der Saison 2017 will man es in Gmünd also mal mit zwei Containern probieren. Die Künstlerin Katharina Steiner hat an der Decke des Holzcontainers eine Blumenwiese aus Strohblumen installiert. Ein zweiter Schiffscontainer wurde kürzlich bei einer Vernissage von Künstlern in einer Art Live Performance vor der Galerie August gestaltet.

Jens und Tatjana haben im Maltatal eine neue Heimat gefunden
Die Galerie August – ein echtes Juwel
Die Puppe Dolly wurde an verschiedenen Schauplätzen im Tal in Szene gesetzt

© Jens H. August (4)