Die Präsenz von Alpinpolizisten und Rettungsorganisationen im alpinen Gelände ist unerlässlich. Das unterstreicht schon die Zahl von 311 Pistenverletzten, allein auf der Turracher Höhe im Zeitraum 2017 bis 2018.

Der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) für die Bezirke Feldkirchen und Villach ist Michael Bachlechner. Die 14 Beamten dieser Gruppe sind auch in diesem Winter auf den Skibergen im turnusmäßigen Einsatz. Auf der Gerlitzen und der Turracher Höhe sorgen die ausgebildeten Alpinpolizisten Jürgen Ofer, Erwin Warmuth und Peter Hinteregger sowie ihre steirischen Kollegen für Sicherheit.

Hochsaison auf den Skibergen
Damit der Skispaß auch bei erhöhter Frequenz auf den heimischen Pisten nicht im Krankenhaus endet, ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. „Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, so gilt für alle Beteiligten: Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt! Es kommt jedoch immer wieder vor, dass Personen bei Unfällen auf den Pisten einfach weiterfahren“, weiß Alpinpolizist Gruppeninspektor Jürgen Ofer.

Klare Gesetzeslage
Wer als Unfallbeteiligter weiterfährt, keine Hilfe leistet bzw. einen Verletzten im Stich lässt, macht sich strafbar! In der Saison 2017/18 ereigneten sich in Kärnten 116 Skikollisionen, in 22 Fällen kam es dabei zur Fahrerflucht. In der laufenden Saison kam es bisher zu 19 Skikollisionen, in sechs Fällen wurde dabei Fahrerflucht begangen. „Sollte es zu einer Kollision kommen: Stehen bleiben, Erste Hilfe leisten, Identitäten austauschen und als Zeuge zur Verfügung stehen“, unterstreicht Hochalpinist Jürgen Ofer.

Alpinpolizei im Pistendienst
Der exekutive Sicherheitsdienst im alpinen Gelände stellt eine besondere Herausforderung dar. Die bestens ausgebildeten Beamten sind in Alpinen Einsatzgruppen organisiert, welche unter anderem die Aufgaben haben, Unfälle im alpinen Gelände zu erheben, Suchaktionen zu organisieren oder Fahndungen im alpinen Gelände durchzuführen. In Österreich darf die Polizei derzeit aber leider nicht einmal nach einem Crash den Alkoholgehalt mit einem Alkomaten messen, gesetzlich gibt es dazu keine Möglichkeit. Und vor einem Unfall kann die Exekutive wenig machen.

Immer jemand vor Ort
Auf den großen Skibergen in der Region, wie der Gerlitzen oder der Turrach, sind während der gesamten Skisaison die Rettungsstellen täglich während der Betriebszeiten der Liftanlagen besetzt. Neben den Alpinpolizisten sind Rettungssanitäter der Johanniter, der Bergrettung oder ausgebildete Kräfte der Skigesellschaften vor Ort, um im Fall der Fälle helfend zur Stelle zu sein. „Ich appelliere an die Wintersportler, sich an die Pistenregeln zu halten und Fahrten im freien Gelände, sofern dieses gesperrt ist, zu unterlassen, denn jeder Unfall ist einer zu viel“, schließt Experte Jürgen Ofer.

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