Durchschnittlich ereignen sich im Einsatzgebiet der Spittaler Alpinpolizei ca. 180 Unfallereignisse mit ca. 160 Verletzten. Die Zahl der tödlich Verunglückten liegt ständig im zweistelligen Bereich.

Im Bezirk Spittal hat Horst Wohlgemuth das Kommando der alpinen Einsatzgruppe.

Einsatzgruppe Spittal
Die AEG im Bezirk Spittal besteht insgesamt aus 24 Mitgliedern. Davon sind sechs Beamte ausgebildete Polizei- Bergführer, drei Beamte sind außerdem Flight- bzw. FLIR-Operator und versehen abwechselnd Dienst am Polizeihubschrauber. Von den insgesamt zwölf ausgebildeten Hochalpinisten befindet sich auch die einzige Polizeibeamtin (in Kärnten) sowie weitere sechs Skiunfallerhebungsbeamte (sogenannte Alpinist-Piste).

Aufgabenbereiche
Zu den Aufgaben der Alpinpolizei zählt neben Retten und Bergen, die Erhebung von Alpinunfällen sowie die Durchführung und Organisation von Suchaktionen und Fahndungen im alpinen Gelände. Dabei ist das Spektrum der Erhebungstätigkeit nahezu unendlich. Es reicht vom Lawinen- bis zum Kletterunfall, von der Kollision zweier Schifahrer auf der Piste bis zum Arbeitsunfall im steilen Waldgelände. Auch Trendsportarten wie Canyoning, Rafting, sämtliche Flugsportarten, Mountainbiken, Sportklettern in Kletterhallen und die Hochseilgärten erfordern immer mehr Spezialkenntnisse“, informiert Horst Wohlgemuth. Eine weitere Kernaufgabe ist das Suchen nach Vermissten und das Fahnden nach verdächtigen Straftätern im alpinen Gelände. Dies beginnt mit Erhebungen zum Verbleib der abgängigen Person bis hin zur Organisation und Einleitung von Suchaktionen, die in enger Kooperation mit den örtlichen Blaulichtorganisationen durchgeführt werden. „Suchaktionen sind meist zeit- und personalintensiv, sodass die Zusammenarbeit von Polizei, der örtlichen Bergrettung und anderen Einsatzorganisationen sehr wichtig ist“, erklärt der Einsatzleiter vom Bezirk Spittal. Bei Fahndungen nach Straftätern werden ausschließlich polizeiliche Kräfte eingesetzt. Durch das Sicherheitspolizeigesetz ist die Polizei verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Daher unterstützt die AEG auch die Bergrettung bei Rettungsaktionen.

Ausbildung
„Eine lange und den internationalen Erfordernissen angepasste Ausbildung führt zur Qualifikation „Polizei-Bergführer“. Die erste Stufe ist der „Polizei- Alpinist“, die zweite Stufe der „Polizei-Hochalpinist“. Beide werden im Land ausgebildet. Die Ausbildung zum Polizei-Bergführer, die übrigens Voraussetzung für den Flight-Operator ist, wird österreichweit von der Polizei organisiert“, erklärt der Leiter der AEG Spittal. Beamte, die sich in den Dienst der Alpinpolizei stellen, müssen unter anderem Kurse in den Bereichen Fels- und Eisklettern, Skitouren und Lawinenkunde absolvieren.

© Helmut Weixelbraun