Die Freiluftbadesaison startet in Kürze. Neben Steindorf sorgen die Einsatzstellen der ÖWR Villach, Sattendorf, Bodensdorf und Ossiach für Sicherheit am Ossiacher See.

Ein Gewittersturm zieht auf! Über der Gerlitzen türmen sich dunkle Wolken, binnen Minuten bewegt sich die Front mit Starkregen, Windböhen, Blitz und Donner ins Tal und entfaltet über dem Ossiacher See ihre ganze Kraft. Damit in einem solchen Fall alle am und rund um den See rechtzeitig gewarnt werden können, sind die Mitglieder der ÖWR- Einsatzstellen, wie die aus Steindorf, die gesamte Badesaison über vor Ort. Im Notfall werden in Seenot geratene Surfer, Segler oder Schwimmer, die es nicht mehr rechtzeitig ans Ufer geschafft haben, mit dem Einsatzboot geborgen.

Verändertes Bedrohungsszenarium
„Es hat sich in den letzten Jahren im Bereich Gerlitzen/Ossiacher See wettertechnisch einiges getan. Die Gewitter werden immer heftiger und kommen immer schneller. Man kann sich auch nicht mehr wirklich auf einen vorhersagbaren Wetterwinklel (von wo bewegt sich eine Front in welche Richtung) einstellen. Die Gewitter zirkulieren, ziehen vorbei, nur um dann erneut Energie aufzunehmen und verstärkt zurückzukommen. Auch die älteren, erfahrenen Fischer am See bestätigen, dass das Wetter sehr schwer kalkulierbar geworden ist“, weiß der Einsatzstellenleiter der Wasserrettung Steindorf Niko Netrval, der sich bereits seit zehn Jahren aktiv für die Wasserretter engagiert.

Warnen & retten nach Alarmierung
„Wir Wasserretter erhalten die Sturmwarnungen für den Ossiacher See von der ZAMG. Nach Erhalten einer solchen Warnung werden dann umgehend die Gelblichter auf Einsatzbooten und bei den Strandbädern aktiviert. Ein blinkendes Gelblicht bedeutet also für jeden am See – drohende Gefahr, es ist somit unmittelbar der Uferbereich anzusteuern und raus aus dem Wasser“, erläutert Niko Netrval, der wie seine Kollegen Florian Reimann und Christine Flaschberger (18) zum rund 30 Mitglieder starken Team der Wasserrettung Steindorf gehört.

Bestens ausgebildet & mit Herz dabei
„In den letzten Jahren konnten wir einige junge Leute für unsere Sache begeistern, über was wir uns natürlich sehr freuen. Die Einsatzzeiten (im Sommer ist der Stützpunkt praktische permanent besetzt) und die Aus- und Weiterbildungskurse, die alle angehenden und auch aktiven Wasserretter absolvieren müssen und die alle drei Jahre aufgefrischt werden müssen, sind insgesamt schon zeitintensiv. Wenn man da nicht mit viel Herz und Freude bei der Sache ist haut das nicht hin. Das bedeutet, dass für uns Wasserretter unser Engagement nicht nur Pflicht, sondern auch Freude und Hobby ist“, unterstreicht Niko Netrval.

© KRM