Betrugsdelikte im Bezirk Wolfsberg häufen sich. Kriminaldienstreferent Michael Nößler erklärt, wie Sie Betrug erkennen und sich davor schützen.

Aktuelle Zahlen liegen zwar noch nicht vor, doch auch ohne fällt es Nößler leicht, in Bezug auf Trickbetrug einen Trend zu erkennen: „Betrügereien sind auf jeden Fall stark im Steigen begriffen. Nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Onlineaktivitäten der Bevölkerung. Wir sprechen hier von so genannter Cyber-Kriminalität. Die persönliche und geographische Distanz zum Opfer spielt den Tätern in die Hände.“

Gekauft und nicht geliefert
Als häufigste Betrugsvariante nennt Nößler den Fall, in dem Waren auf Verkaufsplattformen angeboten und nach Anzahlung bzw. nach vollständiger Bezahlung durch den Käufer nicht geliefert werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Preise in keiner Relation zur angebotenen Ware stehen (übermäßig billig) oder wenn ausländische Bankverbindungen zur Bezahlung angegeben werden. Im Zweifelsfall kann man beim Käufer nachfragen, ob eine persönliche Besichtigung der Ware möglich ist. Sollte als Verkäufer eine Firma angegeben werden, kann man beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer erfahren, ob diese Firma tatsächlich existiert.

Die Internetliebe
Wenn vermeintliche Liebe im Spiel ist, wird die Vorsicht besonders leicht über Bord geworfen. Der Täter kontaktiert sein Opfer über das Internet, zum Beispiel über Facebook, und schafft es über längere Zeit, ein Vertrauensverhältnis entstehen zu lassen. Irgendwann bittet er sein Opfer unter Vorgabe einer Notlage um eine Geldüberweisung. Da in der Regel ausländische Banken angegeben werden, ist es nach getätigter Überweisung meist schon zu spät. Darum gilt: keine Überweisungen an Internetbekanntschaften, auch wenn man sich in Sicherheit wiegt.

Keine Zugangsdaten herausgeben
Neben den beiden genannten Tricks gibt es Fälle, in denen Täter versuchen, an Bank-Zugangsdaten und Passwörter zu gelangen. „Eine Bank wird niemals per über das Internet nach Zugangsdaten fragen“, stellt Nößler klar. Selbst wenn die angegebenen Websites täuschend echt aussehen, ist es anzuraten, einfach selbst bei der eigenen Bank nachzufragen. Die gilt auch für plötzliche Veränderungen der Benutzeroberfläche.

Wechselbetrug
Auch abseits der Onlinewelt nehmen Betrügereien nicht ab. Häufig kommt der Wechselbetrug vor: Der oder die Täter bitten das Opfer (zum Beispiel die Kassiererin in einem Geschäft) darum, Geld zu wechseln. Durch Ablenkung, etwa das Verwickeln in ein Gespräch, wird der Wechselprozess so manipuliert, dass das Opfer viel mehr Geld aus der Kasse gibt als beabsichtigt. Was im Internet funktioniert, geschieht auch auf persönlicher Ebene: Menschen werden – meist auf öffentlichen Plätzen – Waren mit geringem Wert zum Kauf angeboten, zum Beispiel Besteck, Werkzeug oder Kleidung. „Auch hier sollte man bei auffällig günstigen Preisen hellhörig werden und auf der Straße einfach nichts kaufen“, rät Nößler. Ein so genannter Neffentrick, bei dem sich der Täter telefonisch meldet und sich als entfernter Bekannter ausgibt, wurde im letzten Jahr im Bezirk nicht gemeldet – was allerdings nicht heißt, dass davon keine Gefahr mehr ausgeht.

Maßnahmen
Was tun, wenn man für einen Moment unachtsam war und auf einen Betrug hereingefallen ist? „Auf jeden Fall sollte man sich sofort an die Polizei wenden und eine Anzeige erstatten. Wurde eine Überweisung getätigt, sollte man umgehend mit seiner Bank Verbindung aufnehmen, die die Überweisung in manchen Fällen rückgängig machen kann.“

Betrüger greifen zu ausgefeilten Methoden

INFO:
Im Bezirk Wolfsberg stehen fünf Präventionsbeamte zur Verfügung. Sie halten in Schulen und anderen Institutionen Vorträge, stehen aber auch Privatpersonen helfend zur Seite. Wer sich dafür interessiert, kann die Polizeidienststelle Wolfsberg unter 059 1332 160100 erreichen.

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