Lavendelweg, Lorbeerweg, Klosterweg – solche klingenden Namen werden bis zum Frühsommer 2020 in großen Bereichen des Wolfsberger Gemeindegebiets das bisher unübersichtliche Anschriftensystem ersetzen.

Betroffen sind die Bereiche St. Michael, Altendorf, Hattendorf, Pollheim, Reinfelsdorf und Lausing Nord. „Hier sind die Hausnummern derzeit bunt gemischt. Das stellt Einsatzfahrzeuge, Lieferdienste und Pflegekräfte immer wieder vor Probleme“, sagt Stadtrat Alexander Radl, von dem der entsprechende Gemeinderatsantrag stammt. „Aus der Bevölkerung ist schon mehrmals der Wunsch der nach einer Änderung der Situation gekommen.“ Diese steht jetzt bevor: Im Feber hat der Gemeinderat die Vergabe rund 80 Straßennamen in den genannten Bereichen beschlossen. Rund 500 Gebäude, etwa 90 % davon Einfamilienhäuser, erhalten im Zuge dessen neue Hausnummerntafeln.

Blumen, Bäume, Künstler
Bei der Namensfindung griff man auf einen bereits zehn Jahre alten Entwurf des Altendorfer Bürgers und ehemaligen Gemeinderates Horst Feichter zurück. „Er hat sich etwa 75 passende Namen einfallen lassen“, erklärt der zuständige STR Josef Steinkellner. Die noch fehlenden Bezeichnungen stammen aus der Feder der Abteilung für Raumplanung, Vermessung und GIS unter der Leitung von Norbert Sand. Wie üblich orientierte man sich an bestimmten Themenkomplexen, beispielsweise Pflanzen und Bäume im Bereich Hattendorf, Altendorf und Pollheim oder Schriftsteller und Künstler im Bereich St. Michael. „Bereits im Herbst möchten wir der Bevölkerung die neuen Namen im Rahmen von zwei Infoveranstaltungen präsentierten“, verrät Sand. Für den Fall, dass es in weiterer Folge Einwände geben sollte, besteht die Option der aktiven Mitwirkung: „Wenn sich die Bewohner eines Straßenzuges einstimmig und schriftlich unterfertigt auf einen bestimmten Namen einigen können, werden wir diesen Vorschlag annehmen, sofern der Name im Wolfsberger Gemeindegebiet noch nicht existiert“, sagt Steinkellner.

Durchführung 2020
Läuft alles nach Plan könnte es bereits Anfang 2020 zu einer Beschlussfassung kommen. Die Anbringung der neuen Standsäulen und Straßenschilder sowie die Ausgabe der kostenlosen Hausnummerntafeln an die Bewohner wird etwa drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Die Kosten belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre möchte man das Anschriftensystem auch in St. Marein in strukturierte Bahnen lenken. Dafür liegen Vorschläge der örtlichen Volksschule vor.

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