Die Villacherin Nicole Valenta bewältigte im Alleingang den Alpe Adria Trail: 43 Etappen und drei Länder. Von der Franz-Josefs-Höhe in Kärnten ging es nach Muggia.

Der 2. August 2018 wird für Valenta immer ein besonderes Datum bleiben. An diesem Tag startete die Villacherin den anspruchsvollen Trail. „Plus Zusatzrunde habe ich die Strecke in 34 Wandertagen mit vier Tagen Pause und 28.000 Höhenmeter durchgezogen. Das Wetter in diesem August und September war auf meiner Seite. Nur die zwei Tage mit Wintereinbruch Ende August haben meine Wandertage am slowenischen Vrsic Pass wetterbedingt kurz unterbrechen lassen“, erzählt Valenta. Die Tour führte die Kärntnerin auf menschenleere Pfade und Strecken. „Oft bin ich sechs Stunden niemandem begegnet. Die Beine gingen oft wie von selbst, die Gedanken kreisen nur mehr langsam oder manchmal verstummen sie ganz. Dann ist da eine einzige große Stille, innen und außen. Das sind die Momente, die mich beim Wandern süchtig machen“, sagt Valenta.

Kein Ballast. Auf jeder Fernwanderung lerne sie, mit wenig auszukommen: „Für all diese 38 Tage, die ich unterwegs war, reichte ein Rucksack mit 65 Litern, Trinkwasser und Notfallsverpflegung. Auch die notwendigsten Medikamente und Pflaster sind nur zur Sicherheit mitgeführt worden. Ein kleiner Daunenschlafsack, Unterlegmatte und ein Biwak haben mir das zusätzliche Freiheitsgefühl gegeben, dass man auch in Notsituationen Schlaf finden kann.“
Erwartungen an diese Wanderreise wollte Valenta keine stellen. „Sicher gab es auch Tages- etappen mit Strapazen und wo ich nach 10 Stunden Gehzeit an meine Grenzen und dennoch mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit über einen schönen Tag schlafen gegangen bin. Ich startete jeden Morgen motiviert in den neuen Tag, in das Unbekannte, das mich auch so vorangetrieben hat, weil meine Neugier so groß war“, erzählt die 46-Jährige. Am Zielort Muggia angekommen wohnte Valenta in einem Privatzimmer. „Auch hier hatte ich unerwartetes Glück. Das Zimmer war neben der historischen Burgmauer und mit Meerblick. Mit der italienischen Hausmutter habe ich mich blendend verstanden, ohne jeglicher Fremdsprachenkenntnisse beiderseits. Daher habe ich noch Tage in Triest für eine Sightseeingtour angehängt.“ Die letzte lange Wanderung wird dies für Valenta nicht sein. „Es gibt noch unzählige Wanderziele – Gott sei dank!“

 

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