Der Bleiburger Wiesenmarkt wird seit dem Jahr 1393 ununterbrochen abgehalten. Ein völkerverbindendes Fest, das Tradition lebt, aber auch mit der Zeit geht. Heuer von 31. August bis 3. September. Marktreferent Bgm. Stefan Visotschnig im Gespräch mit dem VÖLKERMARKTER.

„Uns ist wichtig: Qualität vor Quantität. Wir hätten noch mehr Anfragen, könnten das Wiesenmarktgelände noch vergrößern“, sagt Bgm. Stefan Visotschnig, seit 1991 Marktreferent der Stadtgemeinde Bleiburg. Organisiert wird das größte und älteste Volksfest Südkärntens vom Team der Stadtgemeinde mit Marktmeister Arthur Ottowitz an der Spitze.

Stammaussteller & Spezialitäten
„Es muss ein breitgefächertes Angebot geben. Ca. 80/90 % sind Stammaussteller“, so Visotschnig. „Ein Problem ist, dass viele Krämermarkt-Schaustellerfamilien aus Vorarlberg, Oberösterreich und der Steiermark aussterben, es gibt keine Nachfolger mehr. Allerdings werden in den letzten Jahren auch Spezialitäten und Kunsthandwerk aus Kärnten, Italien und Slowenien bei den Marktbesuchern immer beliebter.“

Wiesenkegeln & Vergnügungspark
Die Mischung aus liebgewonnener Tradition kombiniert mit Neuerungen trägt zum Reiz des Wiesenmarktes, der heuer mit 625 Jahren ein kleines Jubiläum feiert, bei. „Früher wurde bei jedem Gasthaus gekegelt, heute gibt’s die Wiesenkegelbahn nur noch am Wiesenmarkt“, nennt Visotschnig ein Beispiel und verrät auch: „In den Vergnügungspark kommen heuer drei neue Geräte. Man muss mit der Zeit gehen, die Jugend überreißt das sofort“, lacht der Bürgermeister. Er verweist auch auf den Wirtschaftsfaktor: „Die Zimmer in der Region sind ausgebucht. Neben dem Geschäft am Markt ergeben sich auch viele Folgegeschäfte. Und in den vier Tagen sind rund 2.000 Leute beschäftigt.“

Völkerverbindend
Ein völkerverbindendes Fest ist der Bleiburger Wiesenmarkt seit Jahrhunderten. Visotschnig: „Auf den sieben Hektar sind heuer Aussteller aus sieben Ländern zu finden: aus Österreich, Slowenien, Italien, Kroatien, Ungarn, Deutschland und zum ersten Mal auch aus der Schweiz.“ Zum 21. Mal gibt es die eigene „Alpe-Adria-Ausstellung“ mit 23 Teilnehmern aus 15 verschiedenen Gemeinden aus Italien, Slowenien, Kroatien und Österreich. „Statt dem Stift St. Paul ist im Zelt heuer eine Schauweinkellerei aus Slowenien vertreten“, kündigt Visotschnig an. „Viele haben schon versucht, die Alpen-Adria-Idee nachzumachen. Aber das geht nur, wenn man es wirklich lebt.“

Treffpunkt!
Dank spricht der Bürgermeister den Anrainern und Nachbarn aus: „Für ihr Verständnis und Entgegenkommen! Das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.“ Worüber sich Visotschnig als Marktreferent, Bürgermeister sowie persönlich am meisten freut: „Als Referent bin ich natürlich froh, wenn alles abläuft, wie geplant. Als Bürgermeister, weil es auch ein Treffpunkt von vielen politischen Vertretern ist und man in dieser Atmosphäre lockerer miteinander reden kann. Persönlich: Man trifft Freunde, auch viele, die man ein Jahr lang nicht gesehen hat!“

Die Tradition zu pflegen hat einen hohen Stellenwert beim Bleiburger Wiesenmarkt. Dies beginnt bereits zwei Wochen vor dem Markt mit dem Freyungsaufstellen (großes Foto oben) inklusive Met-Anstich durch Metsieder-, Lebzelter- und Wachsziehermeister Gottfried Stöckl
© KRM (5)

Über 50 Vergnügungsbetriebe – von der Schießbude bis zum HiTech-Fahrgeschäft – gibt’s im Vergnügungspark. Das Kettenkarussell ist ein unschlagbarer Klassiker

Wiesenmarkt-Flair pur! Am Krämermarkt stöbern und einkaufen