Schon jetzt gibt es in der Region Villach zu wenig Pflegepersonal und Betten. Allein in der Draustadt wächst die Gruppe „75plus“ bis 2030 um 47 Prozent und liegt damit weit über dem Kärntenschnitt von 35 Prozent.

Villach muss sich vorbereiten, denn Prognosen besagen: Bis 2030 wächst in Villach Stadt die Gruppe der 75-Jährigen plus auf 7.907. Das ergibt ein Plus von 46,6 Prozent, damit liegt Villach Stadt weit über dem Kärnten-Schnitt von 35 Prozent. Ähnlich ist die Situation in der Region Villach Land, hier beträgt die Zahl der Gruppe 75plus im Jahr 2030 rund 8900 Personen und liegt damit ebenso über dem Schnitt von 35 Prozent. Ist die Stadt auf diesen Anstieg der älteren Bewohner vorbereitet? „Bei mobiler Betreuung liegt Villach derzeit unter dem Kärnten-Schnitt, bei der Bettendichte in Heimen aber über dem Kärnten-Schnitt“, heißt es auf Nachfrage aus dem Büro von Landes-Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Sprich: In Villach gibt es aktuell die höchste Bettendichte bei Senioren- und Pflegeheimen in ganz Kärnten. Insgesamt bereite sich die Stadt auf den Anstieg der Senioren gut vor. Man sei bemüht das Thema Pflege bereits früher abzufangen, etwa in Form von Tagesstätten. Auch betreutes Wohnen oder Alters-WGs sind eine Möglichkeit. „Hier geht unsere Reise hin, auch in Villach werden das die Zukunftsformen sein“, sagt Vizebgm. Gerda Sandriesser. So ist etwa ein zusätzliches Zentrum für pflegebedürftige Personen in der Villacher Bahnhofstraße im Gespräch. Die AHA-Gruppe, der das Grundstück gehört, hält sich allerdings noch bedeckt. Ebenso wie Sandriesser. So gebe es aktuell Betreiber, welche für den Standort Villach Interesse bekunden sowie konkrete Verhandlungen für ein neues Pflegeheim. „Auch der Ausbau von Tagesstätten und Betreutem Wohnen steht an, wir warten aktuell auf den Startschuss“, sagt Sandriesser. Diese Maßnahmen würden unabhängig vom Evaluierungsplan des Landes Kärnten durchgeführt, dieser wird 2020 ausgewertet.

Personalmangel. Für 60 Bewohner ausgerichtet ist das Laetitia Pflegeheim in Treffen. „Wir sind ausgelastet. Die Anfragen steigen stetig, wir könnten oft um einige Betten mehr belegen“, sagt Hermine Maurer, pflegerische Leitung. Ebenso wie andere Pflegeeinrichtungen spricht Maurer über Personalknappheit: „Es ist schwierig, geeignetes und gut ausgebildetes Personal zu finden. Zudem ist es ein anstrengender Beruf, viele bleiben nur wenige Jahre in diesem Job.“ Das Personal zu entlasten ist stetiges Bestreben des Unternehmens, in Verbindung mit dem vorgegebenen Personalschlüssel des Landes. „Dieser hat sich zwar gerade verändert, was sehr positiv ist, aber das Personal muss auch am Markt sein. Man sollte den Beruf auch positiver bewerben“, so Maurer.

Schüler. In Villach lassen sich derzeit 185 Schüler in der allg. Gesundheits- und Krankenpflege und Pflegefachassistenz ausbilden. Neu ist der Lehrgang zur Pflegefachassistenz, im ersten Ausbildungsjahr gibt es insgesamt 97 Auszubildende. Laut dem Land Kärnten sei der Frauenanteil noch immer wesentlich höher als der Männeranteil, man versuche dies aber zu ändern.

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