Hannes Lindners Agentur bringt jährlich eine Leerflächen-Bestandsaufnahme der österreichischen Städte auf den Markt. Wie es um Villach steht, erklärt er im Interview mit dem DRAUSTÄDTER.

„Hilfe, wir schrumpfen!“ – unter diesem Titel lädt Lindner am 24. April (19 Uhr, Hans-Gasser-Platz 2) zu einem Wirtschaftsgespräch. Die jüngste Ausgabe der Leerflächen-Bestandsaufnahme ist erst vor wenigen Wochen erschienen und zeigt, dass Villach sich vom letzten Platz der Vergleichsstudie einige Ränge nach vorne arbeiten konnte und derzeit mit einer Leerstandsquote von 12 Prozent zum Beispiel vor Klagenfurt liegt. Lindner: „Von den 22 größten innerstädtischen Geschäftsbereichen liegt Villach mit einem Wert von 8,4 Prozent an 16. Stelle. Zählt man die in Umbau befindlichen Flächen dazu, sind es 12 Prozent. 2017 lag dieser Wert bei 18 Prozent.“ Um die Situation zu verbessern, brauche es etwa zu 100 Prozent bequeme Parkplätze (Zufahrt, Stellplatzbreite…) in zentraler Lage oder eine Stabilisierung der A-Lage.

„Bühne“. Lindner: „Solange die A-Lage nicht stabilisiert ist: Keine weiteren Flächen an der Peripherie nutzen. In A- und B-Lagen müssen zeitgemäße Shop-Flächen bereitgestellt werden, gegebenenfalls durch Zusammenlegung von Flächen. Das bestehende Angebot muss durch Events stabilisiert werden. Durch die Bereitstellung einer „Bühne“, die besser ist als jene eines EKZ, müssen neue Betriebe angelockt werden, dazu zählen u.a. zeitgemäße Shopflächen oder akzeptable Anfahrbarkeit.“ Die Entwicklung von Innenstädten sieht Lindner folgend: „Die Innenstädte verstehen sich als historisch entwickelte und daher „ehrliche“ multifunktionale Kerne. Das Einkaufen bleibt ein Teil der Stadtkernfunktion.“ Im Vergleich zu den Jahren 1975 bis 2000 wird zukünftig dem stationären Handel aber wohl weniger Gewicht einzuräumen sein. Lindner: „Der Handel ist nicht mehr der wichtigste Publikumsmagnet, sondern ein Teil eines größeren Ganzen bestehend aus mehreren freizeitrelevanten Aktivitäten.“

Atrio. Das Atrio sieht Lindner als einen „ausgesprochen gut gelungenen Einkaufsort. In Summe ist die Auswahlmöglichkeit in Villach so groß, dass sich die Konsumenten primär aufgrund der Bequemlichkeit häufig für Pkw-orientierte Einkaufslagen entscheiden. Wird der Wegwiderstand der City reduziert und gleichzeitig ein Angebotsbündel geboten, kann die City wieder stärker mit anderen Einkaufszonen – hier auch mit dem Atrio – in Konkurrenz treten.“

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