Mit großem Können zaubert Manuela Reiner aus Finkenstein österliche Motive auf Eier – rund 300 Stück pro Saison. Heuer feiert sie mit ihrer Kunst zudem ihr 40-jähriges Jubiläum.

 

Ob Holz, Keramik, Textilien, Lampenschirme oder Kerzen – Manuela Reiner bemalt so gut wie alles. Aktuell hat aber Österliches Hochsaison. Rund 300 Eier verarbeitet sie jedes Jahr zu kleinen Kunstwerken. „Mein Rekord waren einmal 700 Stück, da war Ostern aber auch recht spät im Jahr“, erzählt Reiner. Was macht die Finkensteinerin mit dem vielen Eigelb und -weiß? „Teilweise bekomme ich von Bekannten schon ausgeblasene Eier, sonst sammle ich über das ganze Jahr die Eier zusammen, wenn ich welche zum Kochen oder Backen brauche. Und Wachtel- bzw. Enteneier kaufe ich schon fertig ausgeblasen“, sagt Reiner. Im Ausblasen der Eier ist sie mittlerweile Profi. „Ja, das klappt gut“, lacht Reiner. „Ich habe zum Anbohren eine kleine Maschine. Es funktioniert aber auch sehr gut mit einem nicht allzu dünnen Kreuzschraubenzieher, etwa drei bis fünf Millimeter misst dann das fertige Loch.“ Am liebsten bemalt Reiner weiße Hühnereier, diese seien aber weniger häufig als braune. Ihr liebstes Motiv sind Blumen, zum Malen verwendet die Kärntnerin Aquarellfarben.

Straußenei. Im Schnitt braucht Reiner zwischen 30 und 60 Minuten für ihr zerbrechliches Kunstwerk. Ihr anspruchsvollstes Projekt war bisher ein Straußenei – rund elf Stunden hat sie an diesem gearbeitet. Das malerische Können war auch immer ein großer Teil ihres beruflichen Lebens. „Als ich mit 18 Jahren die Schule beendet hatte, fand ich im Kunstgewerbebetrieb Oschlinger in Faak am See eine Ausbildungsstelle. Die Firma gibt es heute nicht mehr, hat damals aber mehrere Kunstmalerinnen beschäftigt“, erzählt Reiner. Dort lernte sie, wie Farben richtig gemischt werden und wie man den Pinsel führt. Während dieser Zeit bemalte die Kunsthandwerkerin tausende Objekte für den Souvenirhandel und das Heimatwerk. Auch heute noch ist das Malen und Zeichnen ein großer Teil ihres Lebens. Unter anderem bemalt sie auch Weihnachtskugeln oder zeichnet bunte Glücksbringer auf Steine – verkauft werden die Werke auf diversen Kreativmärkten, etwa bei der Osterausstellung am 31. März im Hotel Warmbaderhof (10 bis 18 Uhr). Reiner: „Inzwischen gibt es leider immer weniger, die Eier bemalen. Aktuell ist eher Keramik gefragt.“

Fotos: © KK