U.a. nehmen „Cyber-“ oder psychische Gewalt zu. Das Frauenhaus Villach ist erste Anlaufstelle und kooperiert mit anderen Stellen. Die Nachbetreuung hat teilweise die Frauenberatung über.

23 Frauen und 17 Kinder waren es, welche 2018 im Frauenhaus Villach beherbergt wurden, 52 Prozent der betroffenen Frauen stammten aus Villach – so die aktuellen Zahlen des Frauenhaus Villach. „Im Unterschied zu 2017 hat sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf drei Monate verdoppelt, an 68 Tagen waren wir voll ausgelastet“, sagt Christina Kraker-Kölbl, GF des Vereins Frauenhaus Villach. In Villach gibt es acht Wohneinheiten, in ganz Kärnten 32 – damit käme man aus. „Aber wir sind eine Kriseneinrichtung, es ist nichts planbar. Zwei bis drei Übergangswohnungen für die Zeit nach dem Frauenhaus wären wünschenswert“, so Kraker-Kölbl. In der Gewaltschutzarbeit seien viele Stellen involviert. Ein Teil davon ist die Frauenberatung Villach. Diese bietet u.a. zusätzlich zur Nachbetreuung im Frauenhaus eine kostenlose Psychotherapie an. „Hier gibt es zu wenig Ressourcen“, sagt Kraker-Kölbl. „Es stimmt, die Wartezeit für die kostenlose Therapie beträgt bis zu sechs Monate, somit gibt es hier zu wenig freie Plätze. Für die psychologische Beratung beträgt die Wartezeit etwa vier Wochen. Allerdings ist in den meisten Fällen eher eine Therapie erforderlich“, sagt Tanja Korak, GF der Frauenberatung Villach. Eine Änderung der Situation wird in der nächsten Zeit nicht möglich sein, denn: „Leider stockt die GKK derzeit die kostenlosen Plätze für Therapie nicht auf“, so Korak.

Neue Sprechstunden. Was jedoch aktuell beschlossen wurde: Die Subvention der Stadt Villach für die Frauenberatung wurde erhöht, so gibt es ab April neue Sprechstunden für von Gewalt betroffene Frauen (jeden Mittwoch 10 bis 11 Uhr). Die „andere Seite“ der Gewalt hat „Man(n)agement“ zum Thema. Die Beratungsstelle für Männer, welche ihr gewalttätiges Verhalten ändern wollen, befindet sich in Klagenfurt, Leiter Rainer Tripolt wohnt in Stockenboi. „Unsere Klienten kommen aus allen sozialen Schichten, Gewalt wird meist von jenen angewandt, welche u.a. immer noch die Vorstellung vertreten, dass Frauen nicht gleichberechtigt sind. Aufgrund dieser Annahme werden Strategien angewandt, welche vom Leugnen, Verharmlosen bis hin zum Umkehren der Verantwortung im Hinblick auf Gewalt reichen“, sagt Tripolt.

Gewaltformen. 2018 war stärker sichtbar, dass einige Frauen mit hohem Bildungsgrad im Frauenhaus waren. „Was außerdem auffällt: Psychische Gewalt nimmt zu, etwa Fälle in „Kombination“ mit ökonomischer Gewalt – die Frau wird daran gehindert, einer Arbeit nachzugehen“, sagt Kraker-Kölbl. So sei es inzwischen „bekannt“, dass man Frauen nicht schlägt. Gewalt verschiebe sich in eine subtilere Form, etwa Cyber-Gewalt. Kraker-Kölbl: „Die Frauen werden via Spy-Apps kontrolliert, es werden Fake-Profile auf Dating-Apps erstellt oder auch Nacktfotos online gestellt.“ Die höchste Stufe der Gewalt ist Mord, 2018 wurden in Österreich 41 Frauen getötet – 37 davon standen zum Täter in familiärer Beziehung. Österreich zählt damit zu den negativen Spitzenreitern innerhalb Europas.

24-Stunden-Notfallsnummer des Frauenhauses: 04242/31031

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