Für Skaterin Karin Schweizer aus Pörtschach ist klar: „Wir brauchen einen neuen Skatepark“. Stadt kontert: „Generalsanierung der Sportgeräte 2015 hat 61.000 Euro gekostet“

Rostige und kaputte Rampen, Obstacles (Anm. d. Red.: Hindernisse), deren Zeit abgelaufen ist, Schrauben, die gefährlich aus den Platten herausstehen und und und … die Liste der Mängel im Skatepark im Klagenfurter Europark ist lang. Damit nicht genug: Die Rampen sind laut den Locals für Skater nicht geeignet. „Die Rampen sind für BMX-Fahrer. Für uns sind sie viel zu steil“, sagt Karin Schweizer, Skaterin aus Pörtschach. Weiteres Beispiel aus Absurdistan: Die mehr als drei Meter hohe Halfpipe hat keine Leiter, dafür sind aber „Klettern verboten“-Schilder angebracht. Wie die Skater auf die Plattform für den Drop-In steigen, bleibt ihnen überlassen. Es geht weiter zum nächsten Hindernis. Zum Grinden und Sliden (Anm. d. Red.: Rutschen) mit dem Skateboard gibt es sogenannte Rails. „Dieses Rail ist einfach viel zu hoch“, erklärt Schweizer. Im Skatepark im Europark stand einmal eine Olliebox. „Die Olliebox war kaputt und ist dann verschwunden“, sagt Schweizer.

Asphalt-Rebellen
„Wir brauchen einen neuen Skatepark“ lautet die Forderung einer anonymen Gruppe, die sich mit Graffittis, Aufklebern und selbst gestalteten Postern Gehör verschaffen will. Die 25-jährige Pörtschacherin Karin Schweizer hat sich dazu bereit erklärt, den Ist-Stand des Parks aus Sicht einer Skaterin zu schildern. Schweizer verbringt jedes Wochenende auf dem Brett mit den vier Rollen. Aber nicht in Klagenfurt: „Ich fahre jedes Wochenende zum Skaten nach Salzburg, Innsbruck und Wien.“ Halfpipe- und Poolskaten sind die Leidenschaft der Pörtschacherin. Am schlimmsten ist für sie der Asphalt. „Der Belag ist so abgefahren, dass man bei jedem Sturz arge Schürfwunden hat. Uns würde schon reichen, wenn die Stadt uns einen neuen Belag bereitstellt“, so Schweizer. Villach hat bereits einen zeitgemäßen Betonpark. „Die junge Villacherin Alissa Fessl wird für Olympia starten. Viele junge Mädchen begeistern sich in Villach fürs Skaten. Bei uns ist es nicht gerade verlockend mit dem Skaten zu beginnen“, so Schweizer. Sie kann nicht verstehen, dass eine Landeshauptstadt keinen Skatepark hat „Viele größere Städte schaffen es einen Betonpark zu bauen – selbst Villach.“ Das Problem mit veralteten Parks ist auch in Krumpendorf und Pörtschach zu beobachten.

Stadt sieht „keine gröberen Mängel“
„Die Sportgeräte des Skateparks werden jährlich einer vorschriftsmäßigen TÜV-Überprüfung unterzogen, bei der heuer keine größeren Mängel festgestellt wurden. Die Behebung kleinerer Schäden, die durch die öffentliche Nutzung der Geräte und der Witterung entstehen, werden von der DS Klagenfurt Sport sofort in Auftrag gegeben und von einer fachkundigen Firma durchgeführt, um die Sicherheit der Sportlerinnen und Sportler zu jeder Zeit gewährleisten zu können“, heißt aus dem Büro von Sportreferent Jürgen Pfeiler (SPÖ). Weiters: „Eine Generalsanierung des Skateparks erfolgte im Jahr 2015… Die Kosten für die Generalsanierung der Sportgeräte im Jahr 2015 betrugen rund 61.000 Euro.“ Wieso verschwinden Rampen? „Beschädigte Geräte werden aus Sicherheitsgründen aus dem Skatepark entfernt bzw. bis zu ihrer Reparatur gesperrt. In den letzten Jahren kam es auch zu Diebstählen im Skatepark. Dabei wurden kleinere Rampen entwendet“, sagt Pfeiler.

Skaterin Karin Schweizer fährt jedes Wochenende nach Salzburg, Innsbruck oder München, um dort ihrer Leidenschaft nachgehen zu können

Für Skateboarder ist klar: Die Rampen sind zu steil und die Rails zu hoch

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In der Regel sind die Rails durchgehend, nicht aber in Klagenfurt. Dieser unscheinbare Spalt, bringt jeden Skater beim Grinden zum Fallen

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