Die Autobahnmeisterei Wolfsberg sammelt täglich rund 720 Liter Müll ein. Jährlich mehr als 2.000 Tonnen Müll landen laut ASFINAG auf den Autobahnen im Süden Österreichs.

Jedes Jahr landet tonnenweise Müll auf den Autobahnen und Schnellstraßen. Achtlos „entsorgte“ Getränkedosen und Zigaretten sind dabei nicht nur ein Ärgernis für Lenker, sondern können zu gefährlichen Wurfgeschoßen werden. Auf der A2-Autobahn zwischen der Landesgrenze auf der Pack und der Anschlussstelle Völkermarkt Ost sind 24 Mitarbeiter der ASFINAG-Autobahnmeisterei Wolfsberg täglich mit dem Müllproblem konfrontiert. Autobahnmeister Robert Schrammel ist seit zehn Jahren im Amt und bestätigt die Zunahme der Müllmenge: „Es wird tatsächlich jedes Jahr mehr. Einerseits hat es mit dem stark erhöhten Verkehrsaufkommen zu tun, vor allem bei LKW. Andererseits eröffnen in der Nähe der Anschlussstellen immer mehr Fastfood-Restaurants.“ Denn Essensverpackungen machen einen großen Teil der gesamten Müllmenge aus.

Müll-Hotspots
Die Müll-Hotspots sind die Anschlussstellen Wolfsberg Nord, Wolfsberg Süd und Völkermarkt Ost. Aber auch Parkplätze und Raststationen bleiben von der Müllwelle nicht verschont. Im Raum Wolfsberg betreibt die ASFINAG an den Standorten Twimberg Süd, Twimberg Nord (Sonnenturm), Fischering, St. Andrä sowie Gönitz Nord und Süd Rastanlagen. „Diese werden im Sommer dreimal pro Woche von Abfall befreit, im Winter zweimal pro Woche“, sagt Schrammel. Täglich sammeln die Mitarbeiter der ASFINAG etwa sechs volle 120-Liter-Säcke voll Müll auf – macht 720 Liter Müll pro Tag.

Kuriose Funde
Bei ihrer Arbeit macht das ASFINAG-Team teils kuriose Funde: „Auf der Autobahn findet man so gut wie alles“, lacht der Autobahnmeister. „Einmal fanden wir eine Box, die seltsame Laute von sich gab. Wir dachten, es wären vielleicht ausgesetzte Schlangen und fuhren damit zum Zoohandel Geiger in Frantschach-St. Gertraud. Als wir die Schachtel öffneten, staunten wir nicht schlecht: Es war eine Gummipuppe mit eingeschalteten Vibratoren.“ Ein anderes Mal bot sich den Kollegen ein seltsames Bild: „Am Pannenstreifen waren über 20 String Tangas in allen möglichen Farben fein säuberlich der Reihe nach aufgelegt. Vom Besitzer war nichts mehr zu sehen.“

Hohe Kosten
Die Beseitigung des achtlos entsorgten Mülls macht etwa 40 Prozent der Gesamtarbeitszeit der ASFINAG-Mitarbeiter aus – und kostet auch nicht wenig. Die Müllentsorgung in den Bundesländern Kärnten und der Steiermark kostet jedes Jahr mehr als drei Millionen Euro. Alles, was per Hand eingesammelt und entsorgt wird, lässt die Kosten steigen“, sagt ASFINAG-Geschäftsführer Josef Fiala. 2017 hat die ASFINAG in Südösterreich mehr als 2.000 Tonnen Müll entsorgt und dafür drei Millionen Euro ausgeben müssen.

Phänomen Mülltourismus
Vor allem alte Autoreifen und Bauschutt werden immer wieder auf den Rast- und Parkplätzen abgeladen. Aber auch Fahrräder, Kühlschränke oder Türen müssen von den Mitarbeitern der Autobahnmeistereien unter großem Aufwand weggeräumt werden. Obwohl jeder Rastplatz über eine Videoüberwachung verfügt, wird diese bis dato noch nicht zur Vermeidung von Müllablagerungen verwendet. Was, wenn jemand auf frischer Tat ertappt wird? „Diese Wahrscheinlichkeit ist leider sehr gering. Sollten unsere Mitarbeitenden so eine Entdeckung machen, wird sofort die Polizei verständigt. Wir selbst haben keine Handhabe, um etwas zu unternehmen“, sagt ASFINAG-Pressesprecherin Alexandra Vucsina-Valla.

Rastplätze werden immer wieder als Mülldeponien missbraucht

Das Aufsammeln von LKW-Reifen, die nach einem Wechsel einfach liegen gelassen werden, gehört für die ASFINAG-Mitarbeiter zum Alltag

Nur selten werden Müllsünder auf frischer Tat ertappt

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