Ein Klick, eine Antwort, eine Unterschrift – immer öfters werden Betrugsfälle der Polizei gemeldet. Auch im Bezirk nehmen diese Fälle von Jahr zu Jahr zu! Obstlt. Daniela Puffing vom Bezirkspolizeikommando St. Veit warnt!

Im Bezirk St. Veit wurden derartige Betrugsfälle zur Anzeige gebracht. Der ST. VEITER sprach auch mit dem betroffenen Betrugsopfer Herrn M. (Name wurde von der Redaktion geändert), der dadurch mehrere hundert Euro verlor, die nicht mehr zurückzuholen sind.

Keine Chance.
Herr M. bestellte sich eine neue Registrierkasse und ließ sich diese mit dem Paketdienst DHL zusenden. „Ich bekam die Auskunft, dass ich fünf Päckchen bekommen werde. Geliefert wurden allerdings nur drei davon. Sofort nach dem Erhalt dieser drei Päckchen bekam ich eine E-Mail von DHL. Darin stand, dass im Anhang die Lieferadresse der beiden weiteren Päckchen zu lesen sei. Ich habe natürlich wie selbstverständlich den Anhang geöffnet und dann ist es passiert“, erzählte Herr M. „Sofort wurden alle meine Daten verschlüsselt. So schnell konnte ich gar nicht schauen und den Stecker ziehen. Das Schlimme daran war, dass ich meine komplette Buchhaltung am PC hatte.“

Geldforderung.
„Wenige Minuten später poppte ein Fenster auf, mit der Aufforderung, einen mehrstelligen Betrag in Bitcoins zu zahlen. Wenn ich dem nicht nachkäme, bekäme ich den Schlüssel für die Entsperrung der Dateien nicht. Ich bin sofort zur Polizei gegangen, die mir allerdings nicht wirklich helfen konnte, sondern den Fall nur registrierte. Letztendlich ging der Fall noch halbwegs gut aus. Meine Daten sichere ich nun doppelt und dreifach ab“, so Herr M.

Statement Polizei St. Veit.
„Im Vergleich zum Jahr 2016 hat es im Jahr 2017 einen Anstieg derartiger Fälle gegeben. Angezeigt wurden Vorfälle, in denen Opfer, nachdem deren Vertrauen gewonnen und ihnen der Erhalt eines großen Geldbetrages in Aussicht gestellt wurde, aufgefordert wurden, eine Bearbeitungsgebühr vorweg zu überweisen – damit der Gewinn angewiesen werden kann.
Auch wurden Gegenstände wie z.B. Lederjacken zunächst verschenkt und anschließend der Beschenkte um eine Spende ersucht. Diese fühlten sich dem Schenker verpflichtet und leisteten eine Zahlung, die außer Verhältnis zum Warenwert stand. Generell wird das Internet von Trickbetrügern verstärkt genutzt. Vor allem hier ist die Aufklärungsquote eher gering – eine Rückzahlung durch den Beschuldigten kommt daher zumeist nicht zustande“, so Obstlt. Daniela Puffing vom Bezirkspolizeikommando St. Veit.

AK ist auch alarmiert.
Sie fordern Konsumenten am Telefon auf, Kosten für Glücksspiele, Waren oder Dienstleistungen zu begleichen. Der Betrag solle per „paysafecard“ überwiesen werden. Wird der Aufforderung nicht Folge geleistet, drohen die Betrüger mit einer Klage. „Die Anrufer sind sogar so dreist, dass sie zuerst einen unverschämt hohen Rückzahlungsbetrag angeben und dann anbieten, diesen zu senken, wenn man sofort bezahlt“, sagte AK-Konsumentenschutzexperte Mario Drussnitzer. „Wir hatten vermehrt Konsumenten, die von einem „Inkassobüro“ angerufen wurden“, so Drussnitzer.

Das Vertrauen der älteren Menschen wird oft missbraucht
Daniela Puffing, Bezirkspolizeikommando St. Veit
AK-Konsumentenschutzexperte Mario Drussnitzer

Hauptfoto © KRM, Foto alte Frau © GrafKoks/stock.adobe.com, Foto Polizei © KK, Foto AK © Helge Bauer